„Der Untergang der Könige – Drachengesänge 1“ von Jenn Lyons

Klappentext:

Und der Junge aus den Elendsvierteln von Quur beginnt zu erzählen. Von seinem Leben als Dieb, von seinem Vater, der Harfe spielte, und ihn mit den Geschichten verschollener Prinzen und ihrer Abenteuer großzog. Davon, wie sein Unglück begann, als ihn ein Prinz für seinen verloren geglaubten Sohn hielt und er von nun an Macht und Intrigen einer Adelsfamilie ausgeliefert war. Was hat es aber mit Khirin auf sich, dass er später auf dem Sklavenmarkt zu einem unvorstellbar hohen Preis versteigert wurde? Und wie kam es dazu, dass er in der düsteren Gefängniszelle, bewacht von einem zum Plaudern aufgelegten Ungeheuer, landete? Vielleicht gehört Kihrin ja gar nicht zu den Helden, von denen die alten Sagen und Lieder erzählen. Vielleicht ist er auch nicht dazu bestimmt, die Welt zu retten – sondern sie zu vernichten.

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Meinung:

Ha, ich glaube zu diesem Buch könnte ich meine ganz eigene Geschichte schreiben. Alles begann damit, dass ich das Buch auf Vorablesen entdeckte. Da ich aber den Lesern dort nur ungern „Bücher wegschnappe“, habe ich gewartet, bis es auf Netgalley verfügbar war. Dann muss ich gestehen, hatte ich eine Weile keine Lust auf so eine komplexe Geschichte und das Buch lag einfach rum, wenn auch in elektronischer Form. Eines schönen Tages im Dezember, fühlte ich mich höchst motiviert. Begeistert las ich auf meinem Tolino den Prolog, freute ich mich auf das erste Kapitel und da geschah es. Eine Fußnote. Jesses! Ich quälte mich noch die eine oder andere Seite weiter und resignierte. Irgendwann, einige Zeit später, erinnerte ich mich an den Kindle und dass der es ja können müsste. Also einmal mit dem Buch umgezogen und das Ganze nochmal probiert. Viel schöner. Sehr viel schöner. Wie soll es aber anders sein, immer noch nervig. Was tut man also nicht alles für ein Buch, das einen interessiert? Genau, ich habe es mir als Print gekauft!

Als ich dann endlich begann zu lesen, fand ich das ganze richtig cool. Kihrins Geschichte, aus zweierlei Perspektiven. Einmal aus seiner Sicht, aus der Ich-Perspektive, und einmal aus der Sicht der Mimikerin Klaue. Klaue erzählt eher die Vorgeschichte, was geschah, bevor Kihrins Erzählung beginnt. Was es zum einen sehr interessant macht, aber auch etwas verwirrend. Zudem, so leid es mir tut, hat die Autorin so viel unnötigen Kram dazwischen geschrieben, der zwar teilweise interessant war, aber null und nichtig relevant für die Geschichte, sodass mir oftmals der Reiz fehlte weiter zu lesen. Als dieses Gefühl sehr intensiv wurde, habe ich mir noch das Hörbuch besorgt, um diese Passagen zu überbrücken. Ihr seht, das Buch lag mir sehr am Herzen.

Ich muss auch sagen, dass der Schreibstil der Autorin wirklich richtig großartig ist. Nur leider war die Geschichte oftmals langatmig und/ oder verwirrend. Was die ganzen Familienverhältnisse unter- und miteinander angeht, da bin ich definitiv raus. Das Hörbuch fand ich sehr praktisch für die etwas langatmigen Phasen. Kennt ihr Dragon Ball Z? In etwa so fühlte sich die Geschichte gelegentlich an, wenn Vegeta und Son Goku einen Endkampf ausfechten, der etwa ein Vierteljahr dauert und schlussendlich keiner als Sieger hervorgeht. Hier sei angemerkt, dass ich DBZ in meiner Jugend sehr gern geschaut habe.

Lustigerweise bekam ich vor dem Beginn noch den Hinweis, dass man dieses Buch entweder liebt oder hasst. Bei mir ist es dann wohl eine Hass-Liebe, denn ich möchte nicht sagen, dass das Buch schlecht war. Durch seine Komplexität, die Details, die erschaffene Geschichte bin ich absolut begeistert, aber dennoch muss ich sagen, dass mir die ganzen „Verbindungen“ einfach zu vertrackt sind. Was ich besonders merke, dass andere Bücher mit gänzlich neuem Worldbuilding einfach nur fade wirken.

Jetzt habe ich gefühlt echt viel geschrieben, ohne wirklich etwas zu sagen. Vielleicht ist gerade dies der Einblick in das Buch? Auf jeden Fall kann ich sowohl das Buch als auch die Vertonung dessen, absolut empfehlen. Man sollte sich nur im Klaren darüber sein, dass es, naja, vielleicht nicht unbedingt den eigenen Geschmack trifft. Im Nachhinein frage ich mich, ob es vielleicht ratsam wäre, einmal Kihrins Geschichte komplett zu lesen und danach Klaues, aber irgendwie sagt mein Kopf, dass es keine so grandiose Idee ist.
Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wie die Geschichte weiter gehen wird und ob ich dann gänzlich verwirrt bin oder endlich Licht am Ende des Tunnels sehe.

Fazit:

Ein Buch, das einfach ein Fall für sich ist. Bombastisches Worldbuilding, sehr detailliert gezeichnete Charaktere und ein Abenteuer der anderen Art.


Der Schluss:
Autor: Jenn Lyons
Verlag: Klett-Cotta / Hobbit Presse
Preis: 25,00 €
Seiten: 863
ISBN: 978-3-608-96341-0
weitere Formate: eBook (Hörbuch über Random House Audio)

Die Reihe:
Band 1: Der Untergang der Könige
Band 2: ?


Wie fanden andere Leser das Buch?

Papier und Tintenwelt
Bella’s Wonderworld
Die Vor-Leser
Booknerds by Kerstin
Buchkenner

3 Kommentare zu „„Der Untergang der Könige – Drachengesänge 1“ von Jenn Lyons

  1. Unabhängig von Deiner Beurteilung des Buches bewerte ich das als Beweis für die Überlegenheit der Printausgaben gegenüber dem ganzen elektronischen Nonsens. Im Übrigen stellt die These der Überlegenheit von Printausgaben gegenüber dem ganzen elektronischen Nonsens keine Meiung, sondern ein Axiom dar, das eigentlich keines Beweises bedarf, aber wenn es eines Beweises bedürfte, wäre er hiermit erbracht. ;-)

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