„Genussvoll gesund bleiben“ von Christopher Crell

Klappentext:

Diabetes, Fettleber oder Bluthochdruck gelten als besondere Risikofaktoren für eine COVID-19-Erkrankung. Eine ausgewogene Ernährung schützt uns vor diesen und anderen Leiden. Doch eine langfristige Ernährungsumstellung fällt vielen Menschen schwer. Christopher Crell hilft mit seiner 28-Tage-Challenge auf die Sprünge. Denn ist der Anfang erst gemacht, geht es ganz leicht. Die 84 Rezepte für Frühstück, Mittag und Abend sind schnell umzusetzen und angereichert mit allem Wissenswerten zu Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen.

Meinung:

Zwei Wochen, nachdem ich die Challenge erfolgreich abgebrochen habe, schaffe ich es nun, diese Zeilen sachlich und objektiv nieder zu schreiben. Wer mir auf Instagram folgt, der wird vielleicht mitbekommen haben, dass ich zwischendurch bereits gekocht habe – und hier spreche ich nicht vom Essen. Doch von Anfang an. Was mich auf das Buch neugierig machte, war die Idee mit der Challenge. Da ich im letzten Jahr schon Einiges zugunsten meiner Gesundheit geändert hatte, dachte ich, das sei doch mal eine grandiose Sache, wenn man 28 Tage mit einem kompletten Essensplan für morgens, mittags und abends versorgt ist. Die Einführung fand ich sehr ansprechend. Da der Autor seine eigenen Geschichte erzählte, machte ihn dies um einiges greifbarer. Ich war auf jeden Fall schon guter Dinge für die Challenge. Und dann begann das Übel…

Als ich bereits Freitags begann die Einkaufsliste zusammen zu schreiben, krampften meine Hirnzellen. Denn zum einen musste ich immer die Portionen hoch rechnen und zum anderen, weil sämtliche Zutaten im Fließtext dargestellt waren. Schlussendlich hatte ich teilweise das Mittagessen übersprungen, weil ich einfach keine Lust hatte mich abends zusätzlich noch eine Stunde in die Küche zu stellen und auch das Frühstück, da ich hier auf mein tägliches Porridge schwöre. Nichtsdestotrotz hatte ich knapp 70 Artikel auf meiner Einkaufsliste – inklusive einer Zutat, die ich mir geschworen habe, dass ich sie eigentlich nie im Haus haben wollte: Birkenzucker; auch bekannt als „Xylit“. Leider schrieb der Autor nirgendwo, ob oder wie ich diesen durch Erythrit ersetzten kann, weshalb ich mich gezwungen sah, diesen eben doch zu kaufen. Warum ich diesen nicht im Haus haben möchte ist ganz einfach: Ich habe einen Hund und dieser Zucker kann schädlich für Haustiere sein. Selbstverständlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass er diesen in den notwendigen Mengen konsumiert gering, aber wenn’s nicht sein muss, kann ich genauso gut drauf verzichten, aber weiter im Text. Sehr erschrocken war ich über die Häufigkeit von Fleisch. Nicht das wir vegetarisch leben, aber es gibt im Normalfall höchstens 2 Mal die Woche Fleisch. Die Menge der Artikel war zudem nicht nur viel, sondern auch sehr extravagant. So sollten beispielsweise Thunfisch – den es selbstverständlich erst gar nicht gab-, Rumpsteak, Rinderfilet, Papaya, Perlhuhn, diverse Öle – eins ist ja nicht gut genug – und anderer Kram, den ich schon wieder verdrängt habe, gekauft werden. So hatten wir für nicht mal eine Woche – denn wir bekamen erst gar nicht alles notwendige, wie Spargel, Thunfisch und anderes -, über 200 € weg. Dies war dann der erste große Frustfaktor, denn ich bin wahrlich nicht knauserig, aber DAS tat wirklich weh.

Da wir bereits am ersten Tag einen Teil des Abendessens nicht bekamen (Thunfisch) und somit nur die Beilage hatten, entschloss ich mich dazu einfach Mittag- und Abendessen zu kombinieren. Die Suppe war top, das Gemüse allein etwas langweilig. Sonntags versuchte ich mich an Mandelmehl-Pfannkuchen. Davon abgesehen, dass es nach den Mengenangaben im Buch eine Suppe geworden wäre, hatten wir das große Problem: Mein Mister hatte danach noch ein absolutes Hungergefühl. Auch hier kombinierte ich wieder Mittag- und Abendessen, was eine gute Entscheidung war, denn von dem Mittagessen wären wir nicht satt geworden. Dann kam der Tag, der mich zum Explodieren brachte und wir danach sogar bei McDonalds waren. Asiapfanne stand auf dem Speiseplan. An sich las sich das Rezept super einfach, es war auch in der Zubereitung einfach, wenngleich ich bei dem Gemüse improvisieren musste, denn es gab keinen Romanesco. Ich aktivierte nach Angaben des Autors mein Rumpsteak und Gemüse, denn das solle wohl den Garprozess verbessern/ beschleunigen – oder so. Hierfür nehme man beispielsweise 1 Teil Birkenzucker und 4 Teile Salz. Ein Teil entspricht einem Esslöffel, beispielsweise versteht sich. Gesagt getan. Alles mariniert bzw. aktiviert. Das roch wirklich lecker und das war es aber auch schon. Das Fleisch aßen wir, eben weil es so teuer war. Glücklicherweise war es nur versalzen und trocken, sodass man es noch essen konnte ohne sich die Zähne aus zubeißen, weil es wie Gummi war. Letztendlich fanden wir heraus, dass es im Internet sowas wie eine „Aktivierungstabelle“ findet, die einen anleitet wie viel man genau für wie viel Gramm Zutat benötigt. Muss man halt auch erst mal wissen. Dienstags fing ich dann an die übrigen Zutaten nach eigenem Ermessen zuzubereiten und machte uns mit dem erworbenen Ziegenkäse lieber einen tollen Salat zu geräucherten Forellen, statt einfach nur zu hoffen, dass die fehlenden Wildkräuter nicht auffallen. Dies war der Moment, in dem ich beschloss, dass ich keine Lust mehr habe und wollte das Buch schon in der Mülltonne versenken.

An sich gab es einige nette Hinweise und Erklärungen in den Buch zu Lebensmitteln sowie deren Inhaltsstoffen. Jedoch gab es auch, aus meiner Sicht, schlecht formulierte Aussagen wie „Brokkoli schützt vor Sonnenbrand“. Dafür waren eben einige Erklärungen, wie beispielsweise das Thema „Aktivierung“ einfach nur mager erklärt. Aus meiner Sicht ist diese Art der Ernährung auch nicht für jeden geeignet, da mein Partner, während dieser Zeit (und das war jetzt wahrlich nicht lange) ein ständiges Hungergefühl hatte sowie eine Fressattacke.

Fazit:

Ein nettes Kochbuch, wenn man Inspiration sucht, aber die Challenge finde ich nicht umsetzbar.


Der Schluss:
Autor: Christopher Crell
Verlag: Lübbe Life
Preis: 22,00 €
Seiten: 272
ISBN: 978-3-431-07032-3
Altersempfehlung: ab Jahren
weitere Formate: –


Wie andere Leser das Buch fanden?
Das kleine Testcafé

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