Moods on Monday – Woche 9

Willkommen, zu „Moods on Monday“!

Um die Sache einfach zu gestalten, habe ich die vorherigen Beiträge am Ende des Beitrages verlinkt.


So, einmal alle ausziehen bitte, wir reden jetzt über Gefühle.

Was für eine Woche. Echt. Ich frage mich was „schlimmer“ war: Den Text mit „Ich bin traurig, weil…“ zu beginnen oder Gefühle in Farben auszudrücken?! Was ich auf jeden Fall gelernt habe: Hunger ist kein Gefühl. Wobei ich das immer noch für fraglich halte. Das mit den Farben fand ich etwas doof, weil ich sowas an sich nicht gut kann. Ich hatte mal ein Buch zum Lernen von Französisch, welches mir weismachen wollte, dass ich mir die Gegenstände mit weiblichem Artikel einfach rosa vorstellen soll. Ist klar! Das übersteigt leider meine Kompetenzen um ein Vielfaches. Ich mein, ein rosa Sonnenuntergang, okay, da komm ich mit klar (keine Ahnung dieser einen weiblichen Artikel hat), aber ein rosafarbenes Meer? Nein, wirklich nicht. Nachdem wir dann Freitag beim Abendessen über Gefühle sinniert haben, habe ich Samstag früh natürlich Google befragen müssen und fand ein ganz nettes Bildchen zu dem Thema „Emotionen“ auf dem heiligen Wikipedia.

In der Reflexion wurde gefragt, welche Gefühle in meinem Leben eine starke Rolle spielen und was ich gerne ändern würde. Tja, das ist dann wohl eines meiner größten Probleme und diese Woche stand ich auch vor genau dem Punkt, den ich gern vermieden hätte: Es hat mich massiv runtergezogen. Schon allein das Schreiben darüber, weshalb ich traurig bin, besonders, wenn man gerade nicht das Gefühl hat traurig zu sein. Das ganze noch mit dem Faktor, dass ich eben zu gewissen Zeiten im Jahr recht anfällig bin für solche Dinge; aktuell wäre es dann der bevorstehende Geburtstag. Selbstverständlich nicht wegen dem Alter; das ist mir sowas von egal. Es ist einfach absolut irrationales Gefühlschaos. Ein bisschen wie Weihnachten.

Für viele ist es etwas super besonderes, ein ganz toller Moment. Freude, Glück, Liebe von allen Seiten. Mein emotionalster Moment in Verbindung mit meinem Geburtstag, an den ich mich erinnere, war kurz vor meinem 25ten, als mein Vater meinte, dass es ja so besonders sei, weil er auf Pfingsten fiele und das ja so noch nie vorkam – er habe geschaut. Klingt doof, ist aber so. Ansonsten ist er für mich einfach lästiges Pflichtprogramm. Du wirst gefragt was du willst, teilweise sollst du es dir dann noch selbst kaufen, oder früher erwarteten gewisse Freunde, dass sie eingeladen werden, und überhaupt. Samstag fragte ich meinen Freund ob wir dann Essen gehen sollen, wenn ja wohin – das müsse ich doch wissen, es wäre doch mein Geburtstag. Gut, dann bleiben wir daheim, bestellen uns eine Pizza und lassen das ganze Getue. Für mich hat all das einfach an Bedeutung verloren, den Zauber. Früher als Kind, da war das irgendwie noch was besonders, aber inzwischen nicht mehr.

Selbstverständlich freue ich mich über Glückwünsche – nicht, dass ich undankbar wäre -, aber ich für meinen Teil sage den Menschen auch so ganz gern mal, dass ich ihn mag und schön finde, dass es sie gibt. Dafür brauche ich keinen Geburtstag – oder Weihnachten. Für mich sind Geburtstage einfach weitere Termine, die ich mir in den Kalender schreibe.

Ach, es ist alles so unfassbar kompliziert, gefühlt. Natürlich will ich den anderen nicht zwangsweise gefallen oder mich in irgendein Schema pressen lassen, aber es ist so unfassbar ermüdend diesen ganzen Scheiß auf’s Neue durch machen zu müssen. Wie Weihnachten. Das mag wohl alles großartig sein, wenn man Kinder hat – wobei selbst meine Chefin unlängst meinte, dass sie mich da immer besser verstünde, dass es eher einem Pflichtprogramm gleicht und sie dem Ganzen lieber entgehen wolle. Leider fällt mir hierfür auch wieder mehr ein Zustand als ein Gefühl ein und ich denke, dass dieses auf so vieles mehr zutrifft als auf benannte Situationen: Das Gefühl (der Zustand) von Unzugehörigkeit.

Selbstverständlich gehöre ich zu meinem Lieblingsmenschen und seiner Familie (irgendwie) dazu, aber eben irgendwie auch nicht – und das bekomme ich in den anderen 364 Tagen im Jahr auch regelmäßig, wenn auch nicht mit bösem Hintergedanken, zu spüren. Ich weiß, dass diese Gefühle bzw. das Zulassen dieser Gefühle, vermutlich einfach einiges schlimmer machen als es ist und zumeist versuche ich auch gar nicht darüber nach zu denken, aber naja, diese Woche habe ich es buchstäblich aufgedrängt bekommen. Ansonsten bin ich schon froh, dass ich inzwischen diese ganzen irrationalen Empfindungen unterscheiden kann. Das ich Angst oftmals in seine Schranken verweisen kann und der Freude eine Chance gebe. Dies war ein langer Weg und Lernprozess, den ich vermutlich nie komplett abschließen werde, aber es lohnt sich, denn es macht das Leben lebenswerter.

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Nun hoffe ich, dass ich mich kommende Woche beruhige; weniger laut lache und ruhiger schweige.


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7 Kommentare zu „Moods on Monday – Woche 9

  1. „So, einmal alle ausziehen bitte, wir reden jetzt über Gefühle.“

    Okay, erledigt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich gleich keine überraschende Telefonkonferenz im Home Office habe … ;-)

    Hinsichtlich Weihnachten und Geburtstagen bin ich übrigens ganz bei Dir, das hat beides gänzlich an Zauber verloren und läuft, zumindest bei mir, eigentlich primär nur noch unter „Konfliktvermeidung“ unter den Anwesenden. Schade eigentlich.

    Gefällt 1 Person

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