Freitag unter schwarzen Federn plus Gewinnspiel

Hallo Menschen!

Neulich habe ich euch ja ein bisschen über das Buch „Unters schwarzen Federn“ von Sabrina Schuh erzählt und euch außerdem erzählt wie es mir gefallen hat. Letzte Woche habe ich Sabrina ein paar Fragen gestellt.

Heute, an unserem letzten gemeinsamen Freitag, möchte ich über das Thema Mobbing selbst sprechen, welches der Schwerpunkt des Buches ist. Was ist Mobbing eigentlich? Wo fängt es an? Und wo hört es auf?


Ich bin weder Arzt noch Experte, deswegen kann ich nur aus meiner Sicht schreiben und das wiedergeben was mir zugetragen wurde. Die letzten Wochen habe ich immer wieder einen Aufruf gestartet und Menschen gebeten mir ihre Geschichte zu erzählen. Zunächst dachte ich, dass dies nicht weit führen wird, denn wer will schon sein Innerstes nach außen kehren? Doch es meldeten sich tatsächlich einige und jedem von euch möchte ich meinen Dank aussprechen: Danke! Danke, für eure offenen Worte und euer Vertrauen!

Nun zum Thema. Laut Wikipedia gibt es keine anerkannte Definition.

Umgangssprachlich ausgedrückt bedeutet Mobbing, dass jemand – zumeist in der Schule oder am Arbeitsplatz – fortgesetzt geärgert, schikaniert, blamiert, in passiver Form als Kontaktverweigerung mehrheitlich gemieden oder in sonstiger Weise asozial behandelt und in seiner Würde verletzt wird. Eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht.

Meiner Meinung nach beginnt Mobbing oft schon zuhause. Wie oft scheinen wir nicht den Vorstellungen unserer Familienangehörigen zu entsprechen? Seien es optische Defizite, nicht erreichte, aber gewünschte Leistungen, ein unerwünschtes Verhalten oder was auch immer anderen einfällt, weswegen man nicht in dessen Weltbild passt. So erzählten mir einige, dass bei ihnen alles anfing, weil sie immer wegen ihres Aussehens gestichelt wurden. Ich kann aus persönlicher Erfahrung bestätigen, dass dies gewaltig prägt. Feine, gut positionierte Bemerkungen, die sukzessive das Selbstbewusstsein zerstören. Wie oft habe ich bei den Erzählungen genickt.

Natürlich könnte man nun sagen: „Aber warum ist das denn Mobbing?! Das ist doch gar nicht schlimm!“, dann möchte ich jetzt die Frage in den Raum stellen: Was ist so anders, wenn es in der Schulzeit oder auf der Arbeit passiert? Warum dürften Familienmitglieder einen auf solch eine Weise angreifen? Konstruktive Kritik ist das eine, aber einem Kind/ Jugendlichen zu vermitteln, dass er/ sie minderwertig ist, ist schlichtweg falsch.

Eine andere Sache, die ich zugetragen bekam und auch bestätigen kann, ist, dass Opfer von Mobbing – außerhalb des familiären Umfelds (Schule, Arbeit, etc.) – oftmals gar nicht als solche gesehen werden. Selbst wenn sie es ansprechen, werden sie allenfalls belächelt oder sogar in die Rolle des Täters gedrängt: „Hättest DU halt mal anders reagiert!“; „Das haben die doch bestimmt nicht ohne Grund gemacht.“, etc.
Wir sollten uns immer darüber im Klaren sein, dass wenn Menschen kommen und um Hilfe bitten, wir diese gewähren sollten und ihnen nicht mit Schuldzuweisungen begegnen, denn das macht es nicht besser. Wir sollten zuhören, versuchen zu helfen und sollte Fehlverhalten des Genegenüber tatsächlich ein Auslöser gewesen sein, kann man immer noch entsprechend reagieren. Dem Menschen direkt die Hilfe versagen, vermittelt ihm ein Gefühl von Einsamkeit sowie Hilflosigkeit, nagt am Selbstbewusstsein und kann Ängste erzeugen. Deswegen: schaut nicht weg und greift ein! Ihr müsst euch nicht selbst in an die Front stellen, aber benachrichtigt Menschen, die das können – besonders im Beispiel der Schule – und signalisiert den Betroffenen, dass sie nicht allein sind.

Es ist ein furchtbares Gefühl in solchen Momenten allein zu sein und die Konsequenz daraus beschreibt Sabrina in ihrem Buch sehr gut – wenngleich es das Worst-Case-Szenario aufgreift. Auch ein Leben lang mit den Folgen von Mobbing zu kämpfen ist unschön, denn Vertrauen zu fassen ist dann oft nicht mehr so einfach. Natürlich schaffen es viele mit der Zeit damit klar zu kommen, aber viele eben auch nicht – und einfach nur „klarkommen“ ist auch nicht Sinn der Sache. Eine Therapie kann hilfreich sein. Sie kann das Leiden mildern, aber dennoch bleibt oft dieser Klumpen im Magen, der einen begleitet, einem die Luft abschnürt – oder wie auch immer sich die langfristigen Folgen manifestieren. Die einen haben depressive Phasen, Panikattacken, Ängste, völlig wurscht – Fakt ist: Es sind Folgen, die aufgrund unserer Unachtsamkeit entstehen und in manchen Fällen hätten verhindert werden können.

Sehr schockiert hat es mich, als Sabrina im Interview erzählte, gefühlt 10% der Schulen wären der Meinung, dass es solche Probleme bei ihnen nicht gäbe. Das ist etwas, das ich mir persönlich nur schwer vorstellen kann, denn wir wissen alle wie gemein Kinder sein können. Es fängt schon in der Grundschule an. Ich kam quasi blind auf einem Auge zur Welt. Dies wurde glückicherweise schnell bemerkt und behandelt. Viele kennen das sicher, wenn man den Kindern ein Auge zu klebt. Nützliche Sache! Oft kann ein Kind seine Sehkraft sogar bis zur Jugend/ zum jungen erwachsenen Alter zurückgewinnen, wenn es das konsequent durchzieht und seine Brille immer trägt. Tja, die Brillenschlange oder Blindfisch – what ever – setzt sich dann halt lieber in die erste oder zweite Reihe in der Schule, statt sich diese Sprüche anzuhören. So verschwand meine Brille auf dem Weg zum Unterricht in den tiefen meines Ranzens und kam erst auf dem Heimweg wieder daraus hervor. Das soll kein Vorwurf sein. Ich habe keine Probleme mehr damit Brille zu tragen. Meine Sehkraft wird auch nicht mehr jährlich schlechter, wie es jetzt lange Zeit der Fall war, aber dennoch: Es hätte nicht sein müssen. Die Lehrer hätten reagieren müssen und heute sollten sie es immer noch tun. Eine gewisse Achtsamkeit gehört einfach auch zu diesem Job.


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Da Mobbing ein sehr schweres Thema ist und einfach viel zu wenig darüber geredet wird, kamen Sabrina und ich überhaupt auf die Idee zu dieser Aktion. Und selbstverständlich gibt es nun auch eine Kleinigkeit zu gewinnen. Zum einen, möchten wir gerne dem Buch „Unter schwarzen Federn“ mehr Aufmerksamkeit verschaffen, weswegen ihr heute eine signierte Ausgabe des Buches gewinnen könnt. – Gerne auch mit Widmung. Bitte einfach bei der Teilnahme vermerken. – Dazu spendiere ich euch einen fedrigen Leseknochen aus Fleece und Baumwolle. Da wir uns nicht einigen konnten ob uns eine graue oder schwarze Baumwollseite besser gefällt, dürft ihr euch hier einen aussuchen. Einen kleinen Seelentröster, passend zum Buch.

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Was ihr dafür tun müsst?

Erzählt mir doch mal, was ein gutes Buch zu dieser Thematik – oder anderen sensiblen Themen – für euch ausmacht?

Das Gewinnspiel wird zeitgleich auf Instagram (entsprechend bestehen doppelte Gewinnchancen) stattfinden und läuft bis kommenden Donnerstag, dem 16.04.2020 um 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am Freitag, dem 17.04.2020 benachrichtigt.
Der Versand wird dann erfolgen, sobald das Buch bei mir eingetroffen ist.
Zu gewinnen gibt es ein Print und einen Leseknochen.


*Teilnahmebedingung:

  • Teilnahme am Gewinnspiel ist erst ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis der Eltern.
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden.
  • Ein Anspruch auf Barauszahlung des Gewinns besteht nicht.
  • Keine Haftung für den Postversand.
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschlands und Österreich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Ausgelost wird per Zufallsprinzip
  • Bitte darauf achten eine Mail Adresse zu hinterlassen oder sich im Gewinnfall innerhalb einer Woche zu melden, denn ansonsten verfällt der Gewinn!
  • Das Gewinnspiel läuft vom 10. April 2020 – 16. April 2020 um 23:59 Uhr
  • Pro Beteiligung kann ein Los gesammelt werden (Instagram und „Nicht noch ein Buchblog“) – Gewinnen kann nur eine Person.
  • Die Verlosung steht in keiner Verbindung zu WordPress, Instagram oder den Verlagen.
  • Der Gewinner wird am 17.04.2020 per E-Mail bzw. Privatnachricht benachrichtigt.

4 Kommentare zu „Freitag unter schwarzen Federn plus Gewinnspiel

  1. Liebe Yvonne,

    da Mobbing ein wirklich heikles Thema ist, bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, dass solche Bücher nicht oberflächlich geschrieben sind, sondern alle Aspekte beleuchten. Es sollte kein reines Schwarz-Weiß-Denken und eine Aufteilung in Gut und Böse geben. Die Charaktere – egal ob Täter oder Opfer – sollten vielschichtig und authentisch sein. Auch finde ich, dass es am Ende eine Lösung geben muss, die nicht zu einfach und vor allem realistisch erscheint.

    Ein Nachwort des Autors ist sicher hilfreich, um beispielsweise Adressen anzugeben, an die sich Betroffene wenden können.

    Ich wünsche dir ein frohes Osterfest!
    Liebe Grüße
    Lena

    Gefällt 1 Person

  2. Weil Mobbing ein Thema ist, welches nicht verschwiegen werden sollte und beide Seiten beleuchtet werden sollten. Es ist ein sehr sensibles Thema, mit welchem sich dennoch jeder auseinandersetzen sollte, da jeder einmal zum Mobbingopfer werden könnte. Ein Buch hilft Aufmerksamkeit über das Thema zu erregen, sodass sich die Menschen wieder Gedanken dazu machen.

    Ich veranstalte gerade auch ein Gewinnspiel. Nimm doch gerne auch teil auf meinem Blog.

    Liebe Grüße und frohe Ostern
    Maren

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo! 😊

    Ich finde es wichtig mit dem Thema sehr filigran umzugehen und das auch so im Buch zu zeigen. In den meisten Fällen ist Mobbing im jeweiligen Fall selbst viel weitreichender als man zunächst glaubt (denke ich). „Täter“ sind vielleicht selbst „Opfer“ von wiederum anderen „Tätern“ (die eventuell auch „Opfer“ waren) und lassen ihren Frust und Schmerz an noch schwächeren aus um selbst nicht mehr das „Opfer“ zu sein. In anderen Fällen ist der „Täter“ möglicherweise nur ein „Täter“, der selbst nie ein „Opfer“ war und dem Empathie für andere fehlt.
    Die Gründe für Mobbing sind sehr vielschichtig und hinter jedem Fall steckt eine eigene Geschichte.
    Ich finde es wichtig das in einem Buch klar zu machen – Mobbing hat nicht immer die gleiche Wurzel, es gibt so viele verschiedene Gründe … darum ist es auch oft so schwer etwas vorher zu sehen oder zu wissen worauf man achten muß … das kann von Fall zu Fall anders sein.
    Für mich macht ein gutes Buch zu diesem Thema aus, alle (bzw. mehrere) Aspekte zu beleuchten und die Vorgeschichten (Erlebnisse/Erfahrungen) von „Täter“ und „Opfer“ genauer zu erzählen…also das was vor dem Mobbing war.

    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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