Moods on Monday – Woche 2

Willkommen, zu „Moods on Monday“!

Um die Sache einfach zu gestalten, habe ich die vorherigen Beiträge am Ende des Beitrages verlinkt.


In Woche zwei ging es um die Gefühle und Gedanken, welche die Beschwerden auslösen. Irgendwie bin ich mir unschlüssig was ich von dieser Woche halten soll, da ich denke, dass mein Problem ja die Gedanken und Gefühle sind – hierfür sollte ich vielleicht wohl wirklich mal ärztlichen Rat aufsuchen um es definiert zu bekommen, aber wirklich Lust habe ich da nicht drauf. Nicht jedes Kind braucht einen Namen.

Interessant fand ich die Frage, wofür man seinem Körper dankbar ist, denn dies ist eines meiner größten Probleme, dass ich eigentlich immer den Eindruck habe nicht der Norm zu entsprechen. Ein Mutant zu sein. Hier weiß ich sogar wo der Hund begraben liegt, nur konnte ich es bisher nie gänzlich wegbekommen. Setzt man sich jedoch explizit mit der Frage auseinander, so stellt man fest: So schlimm ist das doch gar nicht. Ich mag „mich“ jetzt nicht unbedingt mehr, aber ich schätze meine Hülle mehr wert, nehme ihn nicht mehr nur als selbstverständlich hin. Natürlich hat mir auch meine Erkältung dieses Jahr gezeigt, dass es Grenzen gibt, die erreich werden können – und die Folgen, wenn man das missachtet. Es ist nicht so, dass ich früher viel Wert daraufgelegt hätte, denn ich muss(te) ja funktionieren, doch man wird eben nicht jünger und der Körper verzeiht einem irgendwann nicht mehr so. Dinge, die ich früher nie glauben wollte, bis ich sie lernen musste. Oft sagt man, dass es Menschen gibt, die es schlimmer haben – aus gesundheitlicher Sicht – und hier sollte man bedenken, dass unser Körper da auch dazu gehört. Wir sollten unserem Köper dankbar dafür sein, wenn wir gehen und stehen können, sehen und hören. Alles was uns unser Körper gibt ist nicht selbstverständlich und auch wenn wir der Meinung sind, dass wir optisch vielleicht nicht zufriedenstellend sind, dann können wir dennoch Berge erklimmen, Schluchten erkunden, den Duft des Frühlings in uns aufnehmen und die wärmenden Strahlen der Sonne im Gesicht spüren.

Früher klammerte ich mich oft an die Tatsache, dass ich ja schon so „viel“ erreicht habe im Leben. Ein Dach über dem Kopf habe, Arbeit, manchmal auch Menschen, die mir das Gefühl geben wichtig zu sein. Doch nie, dass ich eben all diese Dinge tun kann. Zumindest nicht direkt. Ich weiß nicht wie ich es erklären soll. Auf jeden Fall tue ich dies nun bewusster, oder habe es mir vorgenommen, denn hier stehe ich erst am Anfang.

Ebenfalls habe ich in dieser Woche schreiben festgestellt, dass ich sogar mehr zuhöre. So nahm ich den steigenden Stresslevel am Anfang der Woche bewusst wahr, verschaffte mir Luft und setzte mir problemlösende Ziele, sodass ich entsprechend abschalten und abwarten konnte. Das soll nicht heißen, dass ich mich nicht mehr damit auseinandersetzte oder es weniger kritisch sehe, nein, aber ich habe Tempo rausgenommen und mich selbst somit entschleunigt. Mir Gedanken gemacht, wie ich damit umgehen möchte. Zudem habe ich das ganze im Zuge des Schreibens aufgeschrieben. Ein gutes Beispiel hierfür ist meine Neurodermitis. Durch die ganze Umstellung stand mein Gesicht die letzte Woche wieder in Flammen. Im Laufe dieser Woche wurde es regelrecht still. Heute merke ich nur die Sonne, die mir ein wenig zu schaffen macht, aber wenn es sonst nichts ist.

Was ich für mich auf jeden Fall sehr faszinierend finde, dass ich niemandem Schuld gebe. Es wird gefragt ob man das tut und inwiefern man Menschen mit den Beschwerden in Verbindung bringt. In meiner Schulzeit hätte ich das sicher getan (Stichwort: Mobbing), aber heute denke ich einfach, dass viele meiner Empfindungen und Probleme wirklich mit mir selbst zusammenhängen. Selbstverständlich sollten wir alle mehr achten was wir sagen, ich bin da keine Ausnahme, denn oft verletzten wir andere, weil wir einfach zu unbedacht reden. Wir machen einen Spaß, ohne bösen Hintergedanken, aber dennoch kann er auf die Kosten unseres Gegenübers gehen. Für mich ist es inzwischen wichtig, dass es sich die Waagschale hält. Sprich: Hat man ein stabiles Fundament in der Beziehung zueinander, dann verkraftet man das mal. Ist dies aber nicht vorhanden, dann sollte man einfach vorsichtig sein.

Teilweise bin ich gefühlt wieder dezent an den Themen der Autorin vorbei geschrammt. Oft saß ich auch da und fragte mich: „Was will Sie eigentlich von mir?“
Hier stand ich definitiv wieder vor dem Problem mit den „Beschwerden“, aber nichtsdestotrotz habe ich das Gefühl, die Woche gut gemeistert zu haben. Ich habe versucht die Beschwerden als solche zu sehen und sie von dem Problem zu differenzieren. Keine Ahnung ob mir das so gelang, wie es sich die Autorin vorgestellt hat, aber ihr seht, dass ich dennoch einiges zu erzählen hatte – wenn auch (ob ihr es glaubt oder nicht) in Kurzform, ergo muss ich irgendwas mitgenommen haben.

Auch weiterhin bin ich guter Dinge was dieses Projekt angeht, auch wenn ich manchmal etwas ratlos bin, was die Autorin von mir will – oder wenn sie Impulse setzt, auf die meine Frage ein schlichtes „nein“ die Antwort wäre. Dennoch versuche ich mich in diesen Momenten weiter zu denken.

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In diesem Sinne: Bis nächste Woche!


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15 Kommentare zu „Moods on Monday – Woche 2

  1. Den Hinweis darauf, „dass es Menschen gibt, die es schlimmer haben“, egal ob physisch, psychisch, wirtschaftlich oder sonstwie schlimmer, den kann ich ja so gar nicht leiden. Einerseits, weil es dem Gegenüber, dem es ja nun gerade mal schlecht gehen muss, sonst hätte man ja nicht gesagt, dass es Menschen gibt, die es schlimmer haben, nicht nur das Gefühl gibt, nicht ernst genommen zu werden, sondern auch und gerade, weil man seinem Gegenüber implizit die Berechtigung abspricht, sich schlecht fühlen zu dürfen.

    Hinsichtlich des eingangs erwähnten ärztlichen Rates gebe ich übrigens zu bedenken, dass der ja weniger dazu führen muss, einfach nur etwas zu definieren, sondern viel mehr dazu führen kann, Lösungen und Lösungsstrategien zu erarbeiten!? Aber ich will nicht klugscheißen oder Ratschläge verteilen. Unerwähnt lassen wollte ich es aber auch nicht … ;-)

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  2. Da stimme ich dir durchaus zu, besonder zu der ersten Aussage. Ich wollte damit in dem Fall eigentlich auch nur verdeutlichen, dass man zu gerne das Wesentliche aus den Augen verliert – Es als eine Art Beispiel nutzen? Wie könnte man es in dem Fall besser ausdrücken? (Ernst gemeint, nicht sarkastisch o. ä. ^^)
    Ansonsten stimme ich dir da wie gesagt vollkommen zu. Im Dialog anderen Gegenüber würde ich es nie erwähnen, schon allein weil ich es hasse, wenn man mir diese Floskel an den Kopf wirft. (Und sollte ich es jemals tun, dann soll mir mein Gegenüber bitte ans Knie treten.)

    Beim Letzteren bin ich schon mal in der Woche zuvor, oder vor zwei, glaube ich, auf das Thema sprechen zu kommen. Ich habe schon oft mit dem Gedanken gespielt, konnte mich aber nie durch ringen. Ich mein, ich soll mich aufraffen und auf einen fremden Menschen zu gehen, der versucht meine Hirnknoten zu entwirren?! Dann muss ich auch noch DIE fremde Person finden, mit der ich das tun möchte?! Ich glaube, dafür geht es mir aktuell einfach zu gut.
    Das hat nichts mit klugscheißen zu tun, denn du hast ja recht, aber hören will ich es trotzdem nicht. Sonst muss ich mir ja noch Ausreden einfallen lassen es nicht zu tun. ;)

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    1. Zu beurteilen, ob es Dir dann doch „zu gut“ geht, steht mir sicherlich nicht zu, das musst Du selbst beurteilen. Aber es klingt folgerichtig. ;-)

      Was die Frage „ich soll mich aufraffen und auf einen fremden Menschen zu gehen, der versucht meine Hirnknoten zu entwirren?“ angeht, so lautet die simple Antwort: Im Grunde ja! ;-) Denn der fremde Mensch macht das beruflich. Du gehst ja auch beim ersten Hausarztbesuch oder bei jedem Aufenthalt im Krankenhaus auf fremde Menschen zu und vertraust ihnen, dass sie sich mit dem, was sie zum Zwecke der Heilung mit Dir anstellen, schon beherrschen werden. Nicht anders ist das hier auch.

      Anders ist allerdings durchaus, dass man sich die entsprechende Person, mit der man das tun möchte unter Umständen wirklich in einem eher langwierigen Prozess suchen muss, denn naturgemäß ist man nicht mit jedem kompatibel. Aber was man so hört – eigene Erfahrungen habe ich nicht – lohnt sich dieser Prozess, wenn man erst mal diese entsprechende Person gefunden hat. :-)

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      1. Weißt du, Ärzte und ich, wir sind so eine Sache. Ich bin vor etwa 4 Jahren weggezogen, ca. 15-20 km, und gehe immer noch zum selben Hausarzt. Bei dem bin ich schon seit meiner Kindheit – und meistens bekomme ich eine auf den Deckel, weil ich nämlich immer dann komme, wenn ich schon längst dagewesen hätte sein sollen. Doch da hab ich meine Lektion ja jetzt gelernt, hoffentlich.
        Und natürlich hast du recht, das will ich gar nicht abstreiten, aber ich hab echt gut Ausreden, zumindest habe ich mir das lange genug eingeredet. :D
        Ich werde daran arbeiten. Vielleicht sogar noch dieses Jahr.

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