Moods on Monday – Woche 0

Willkommen, zu „Moods on Monday“!

Bereits im Dezember 2019 erfuhr ich über den Newsletter des dtv-Verlag von einem wirklich interessanten Buch, und zwar „Ich schreibe mich gesund“ von Prof. Dr. med. Silke Heims. Dieses erreichte mich dann Mitte Februar 2020, kurz vor dem Erscheinungstermin am 21.02.2020. Wer also bei dieser Aktion gerne mit machen möchte, der kann dies gerne tun. Ich würde mich freuen!

Da es ein Sachbuch ist und man selbst aktiv werden muss – denn wie heißt es so schön: „Von nix, kommt nix.“ -, habe ich mir überlegt eine kleine Reihe daraus zu machen. Deswegen habe ich nun zuerst den Theorie Teil gelesen (bis ca. S. 67) und starte entsprechend mit der Woche 0. Da das Buch ein 12 Wochen Programm vorsieht, in welchem Schreibimpulse für jeden Tag vorgegeben sind, muss ich wohl hierzu nicht mehr sagen, oder?!
Ich bin selbst schon sehr gespannt, wie das mit der Umsetzung läuft, denn ich möchte euch zum einen ja nicht mit meinem Kram langweilen, aber dennoch an der Ausführung teilhaben lassen. Deswegen ist der wöchentliche Termin auch der Montag, denn so kann ich von Samstag bis Freitag schreiben und habe zwei Tage, um meinen Beitrag vorzubereiten – den ich vermutlich dann auf den letzten Drücker tippe.


Zuerst hatte ich mir ja überlegt das Buch nach dem kleinen Projekt zu verlosen, aber hier kam mir leider eine in Ohnmacht fallende (volle) Kaffeetasse dazwischen, also habe ich einfach die Chance genutzt und fröhlich ins Buch gemalt – was mich viel Beherrschung gekostet hat, denn am liebsten hätte ich fast alles markiert oder kommentiert, da ich so oft nickend gelesen habe. Die Autorin bringt recht zu Anfang ein gutes Beispiel, weshalb diese Form der Therapie auch funktionieren kann: Das Tagebuch. Wer schon einmal gewissenhaft eines geführt hat, der wird es vielleicht nachvollziehen können.

Ich selbst habe zweierlei Erfahrungen machen dürfen. Zum einen, eine ganz furchtbare, denn in einer richtig miesen Situation fand mein Vater dieses, las es und kopierte es. Der wohl größte Vertrauensbruch in meinem Leben, der mich bis heute prägt. Es war eine Phase in meinem Leben, die sowieso nicht einfach war (Tod der Mutter, Pubertät, etc.) und ich mich diesem Buch anvertraute, mit all meinen selbstzerstörerischen Gedanken. Mein zweites Erlebnis war glücklicherweise positiver, denn es war nach dem Tod meines Vaters. Auch hierzu hat die Autorin ein interessantes Beispiel in Petto, nämlich, dass manche Ängste, Probleme, usw. auch erst mit solchen Ereignissen auftreten, obwohl sie schon immer da waren. So hatte ich, mehr denn je, das Gefühl nirgendwo hinzugehören. Viele Freunde hatten sich abgewendet, weil ich mich zurückzog. Ich hatte mir einen Hund geholt, damit ich auch weiterhin eine Aufgabe hatte. Dennoch wusste ich nicht wer ich war, was ich hier soll – ein Gefühl, dass ich heute noch in mir trage, aber es akzeptiert habe, denn ich begann zu schreiben, zu reflektieren und den Menschen, um mich rum „zu vergeben“. Es ist schwer in Worte zu fassen, wenn man es nicht selbst erlebt hat, aber Fakt ist, dass es mir geholfen hat. Es hat mir gezeigt, dass ich auch jemand bin. Entsprechend gespannt bin ich nun, wohin mich dieses kleine Projekt bringt. Einmal unter Anleitung schreiben. Die Sache mit dem reflektieren von positivem und negativen kann ich auf jeden Fall, denn das war es, das mich schon mehr als einmal aus den Gedankenschleifen – die auch sehr schön im Buch erklärt werden – rausgeholt hat.

„Dabei ist es zur Verbesserung des Wohlbefindens völlig ausreichend, seiner Wut auf dem Papier Luft zu machen, ohne das Geschriebene jemals abzusenden.“ – Seite 26

Was habe ich heftig genickt bei diesem Satz! Wer kennt es nicht, wenn er auf 180 ist, eine ewige lange Mail o. ä. schreibt, die er dann schlussendlich löscht. Oh, das kenne ich wirklich nur zu gut und bin auch froh darum, denn würde ich eben diese Nachrichten abschicken, würde es vermutlich mehr Probleme nach sich ziehen, als die Sache es wert ist. Das Schreiben an sich erleichtert so ungemein, sodass man die Angelegenheit zu einem passenderen Zeitpunkt – und Gemütslage – besser lösen lässt.

Was ich nicht so richtig verstanden habe, war die Aussage „schreibend ein Verständnis dafür entwickeln, was der Schmerz und sagen will“. Vielleicht, dass wir unseren Körper nicht immer nur als Dienstleister sehen sollen? Wir unsere Grenzen akzeptieren sollen? Eine Lehre, die ich aktuell in der Praxis mache, denn obwohl ich inzwischen gut 1 ½ Wochen das Bett gehütet habe, zeigt mir mein Körper immer noch den Mittelfinger. Die Lunge ist frei, das Blut ist gut, aber der Husten eine Qual. Ja, lieber Körper, ich hab’s verstanden. Nächstes Jahr höre ich früher auf dich! Und ihr solltet das auch tun, denn damit ist nicht zu spaßen. Unser Körper sendet uns immer wieder Signale. Manchmal, weil wir psychisch nicht auf der Höhe sind und das andere Mal, will wir physisch nicht voll da sind. Wir sind keine Maschinen und haben Grenzen. Diese sollten wir respektieren.

„Zumal der Grundstein für ein bestimmtes Verhalten und Denken meist schon in der Kindheit gelegt wird.“ – Seite 37

Der letzte Punkt, den ich für heute noch aufgreifen möchte, denn diesen finde ich wichtig. Die letzten zwei Wochen ging es freitags um das Thema Mobbing. Hierzu wird auch noch ein weiterer Beitrag folgen, aber mein Matsch-Hirn war leider nicht in der Lage diesen sinnvoll zu strukturieren.  Mobbing gibt es auch im erwachsenen Alter, keine Frage, aber viele Dinge, die uns in egal in welcher Hinsicht langfristig prägen geschehen eben in frühen Jahren. So sind es oft die Erwartungen der Eltern und ihre Verachtung, wenn wir diese nicht erfüllen. Die kleinen Sticheleien über die Fettpolster, eine Brille oder die schiefe Nase. Dies kann überall vorkommen, selbst in den beten Familien ohne wirklich bösen Hintergedanken, aber dennoch prägen sie uns. Sie sorgen für Selbstzweifel, Ängste und anderem. Sie erschweren unser Leben und deswegen sollte man sich unbedingt damit auseinandersetzten. Mein Vater brauchte 25 Jahre bis er merkte, was er mit seinen Sticheleien angerichtet hat, und der Schaden ließ sich nicht mehr einfach so beheben, nur eingrenzen. Deswegen rate ich jedem, der solche Erfahrungen, egal in welcher Form, machen musste: Setzt euch damit auseinander, lasst euch nicht unterkriegen, denn jeder von uns ist wertvoll.

Das klingt jetzt vielleicht, wie ein Spruch aus einem schlechten Selbsthilfe-Heftchen, aber ich habe bei meiner letzten „Eigentherapie“ gelernt, dass es ungemein hilfreich ist, wenn man eine positive Einstellung an den Tag legt. Wenn man vielem versucht etwas Positives abzugewinnen. Das schließt das Auseinandersetzten mit dem Negativen nicht aus, aber es macht es besser und schenkt Lebensqualität. Das funktioniert mal besser und dann wiederum schlechter, braucht mal mehr und mal weniger Zeit.


Jetzt habe ich echt viel geschrieben, mehr als ich eigentlich wollte, aber vielleicht zeigt euch das, welchen positiven Eindruck das Buch bisher bei mir hinterlassen hat und das ich vielem nur zustimmen kann. Wie gesagt, ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Lust hätte an der Aktion teil zu nehmen und sich gemeinsam mit mir gesundschreiben würde. Ansonsten würde ich mich über euer Feedback freuen!

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…und jetzt: Ran an die Schreibimpulse!


PS: Eigentlich finde ich so Namen doof, aber man muss sich ja was einfallen lassen, damit es interessant ist.

9 Kommentare zu „Moods on Monday – Woche 0

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