Lesen über den Tellerrand #1

Manche Blogger kommen ja schon auf lustige Ideen, keine Frage. So auch die liebe Dörte von Books and Family – einen Namen bzw. eine Seite, den/ die man häufiger bei mir liest. Es geht bei dieser Aktion darum außerhalb der Komfortzone zu lesen und da ich mit meinem Buch – endlich – heute Abend beginnen möchte, habe ich entschlossen dies auch zu tun, weshalb es mal eben noch diesen Beitrag gibt. Eine genaue Beschreibung findet ihr auch *hier*.

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In einem zufälligen Gespräch, die wir so ab und an mal führen, kam Dörte auf das Thema zu sprechen bzw. fragte mich ob ich mit machen wolle, sie könnte doch mal eine Fantasy Empfehlung brauchen. Da ich gerade den ersten Band der Grisha Reihe („Goldenen Flammen“ von Leigh Bardugo) beendet hatte, konnte ich ihr dieses Buch guten Gewissens empfehlen, da er zu ihren Wünschen passte. Tja, mein Kriterium war: Keine Liebesgeschichte. Zwar werde ich wohl mit einer Kleinen leben müssen, aber ansonsten wohl verschont bleiben, so wurde mir meine Lektüre („Was perfekt war“ von Coleen Hoover) zumindest beschrieben. Ich bin gespannt, da ich der Autorin normalerweise genau deswegen aus dem Weg gehe, jedoch etwas Hoffnung habe, da das Buch im Bold Verlag erschienen ist und dieser für seine außergewöhnlichen Bücher bekannt ist bzw. eben bei diesem Buch explizit darauf hingewiesen wurde, dass es aus der Reihe tanzt.

Dieser Beitrag wird stets aktualisiert.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir auf Spoiler nicht verzichten können, wenn wir über die einzelnen Abschnitte berichten. Lesen ist also auf eigene Gefahr.


Colleen Hoover – Was perfekt war

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Klappentext: Quinn und Graham lernen sich unter mehr als unglücklichen Umständen kennen und verlieben sich unsterblich ineinander. Kaum ein Jahr später sind sie glücklich miteinander verheiratet… Happily ever after?
Acht Jahre danach: Jemanden zu lieben, heißt nicht unbedingt, mit ihm glücklich zu sein. Das erkennt und erleidet Quinn Tag für Tag, denn obwohl sie und Graham sich weiterhin innigst lieben, gibt es ein Problem, das ihre Beziehung zu zerfressen droht…

Warum ich es niemals gelesen hätte? Weil ich von Liebesgeschichten nichts wissen möchte und mich auch schon das Cover sowie die Autorin abschreckt.

Warum soll ich es lesen? Weil es Dörte total zerstört hat und sie mir zeigen möchte, dass man vom Cover nicht auf den Inhalt schließen kann. Außerdem möchte sie mir zeigen, dass „solche“ Bücher total ans Herz gehen – was ja prinzipiell bei solchen Bücher für mich oft ein Problem ist, weil das alle meinen und ich sie einfach unrealistisch finde.

Lesetagebuch

1. | bis Seite 64:  

Puh, ich weiß gar nicht was ich groß sagen soll. Also nachdem ich das erste „jetzt“ Kapitel gelesen hatte, war mir klar, dass es irgendwas mit Kindern zu tun hat. Das erste Kapitel gefiel mir bisher am besten, weil es am authentischsten auf mich wirkte. Der Rest war für mich nur schwer nachvollziehbar, da ich versuche solche Gedankenschleifen, wie Quinn sie hat, aus meinem Leben zu verbannen, da sie einfach ungesund sind. Manchmal gibt es nun mal Träume, die man sich nicht erfüllen kann. Das klingt vielleicht böse, aber ja, mir fällt es schwer mich in diese Situation zu versetzten. Wobei ich ihren Zorn gut verstehen kann, gerade wie bei dem Mittagessen, wenn sich Außenstehende einmischen. Ich bin jetzt mal gespannt wo die Geschichte noch hinführt. Enttäuscht bin ich auf jeden Fall von der Schwester, denn wenn die Lage wirklich so ernst ist wie sie beschrieben wird, dann sollte Quinn mit Graham reden und zur Not sollten sie sich professionelle Hilfe suchen.

2. | Seite 65 – Seite 121:

Also ganz ehrlich? Wir werden wohl keine Freunde. Die „Jetzt“ Kapitel finde ich einfach total nervig und anstrengend. Ich mein, dass man mal nicht über ein Problem redet, okay, das kann ich noch verstehen, aber die Beiden machen jetzt so lange damit rum, dass ich es echt nicht mehr nachvollziehen kann. Da kann sie mir noch so viel von Liebe und Gedöns erzählen, aber das ist doch nicht mehr glaubwürdig. Wirklich nicht. Die „Damals“ Kapitel sind zwar ganz nett und schön kitschig, aber eben aus dem Grund für mich total unglaubwürdig. Das eine oder andere würde ich ja noch durchgehen lassen, doch die Summe macht es einfach nur…bäh! Ihr seht, das Buch überzeugt mich voll. Eine Geschichte über zwei Menschen, die so ein schönes Leben haben könnten, wenn sie sich selbst nicht so im Weg stehen würde; zumindest ein schöneres Leben als das jetzige. Und was hat es eigentlich mit dieser dämlichen Schatulle auf sich?

3.| Seite 122 – Seite 177:

Und alle sehen sie so toll aus, so hübsch, und überhaupt. Würde der Fokus mal weg von dem Oberflächlichen und die Protagonisten mal gescheit mit einander reden, dann würden sie vielleicht auch mal eine Lösung für ihre Probleme finden. Ich kann weder gut heißen was er treibt, noch was sie heißt. Besonders, wenn sie dann noch sagt, in der Vergangenheit: „Ich bin immer knallhart ehrlich.“ Sorry, das macht für mich einfach keinen Sinn und die Protagonisten unglaubwürdig….. Würde es sich nicht einfach so weg lesen, würde ich es vermutlich einfach in die Ecke werfen, aber mir wurde ja gesagt, dass ich durchhalten soll. Dann mach ich das mal.

4.| Seite 178 – Seite 236:

Ganz ehrlich? Der Kerl hat mehr Gefühl, Weitsicht und Menschlichkeit als diese dämliche Trulla. Selbst jetzt, jetzt wo sie DIE Chance hätte, führt sie sich auf wie eine pubertierende. Ich kann sie ja sogar verstehen, dass sie das Gehörte belastet, besonders weil der Kopf immer andere Dinge macht als er vermutlich soll, aber jetzt ist er schon so offen zu ihr, versucht sie in die richtige Richtung zu lenken, aber sie bekommt es immer noch nicht auf die Reihe. Ich glaube, ich habe selten einen Protagonisten so gehasst wie ich sie hasse…. Echt! Ich vermute jetzt mal, dass in der Schatulle der Liebesbrief ist, oder die Scheidungspapiere. Ach, die Frau ist doch einfach so unfassbar dämlich, dass ich nicht auf ein Happy End hoffen möchte, aber vermutlich wird’s halt doch drauf raus laufen. Args. (Kurze Ergänzung: Klar, verstehe ich, irgendwie, dass das mit der Gebärmutter etc. schlimm ist. Keine Frage. Deswegen regt sie mich nur noch mehr auf! Sie hat einen Menschen, der um sie kämpft, der stets versucht hat sie zu verstehen und ihr gut zu tun – wobei das vermutlich teilweise auch eher negativ war -, aber dennoch ist sie so ein bescheuertes Miststück – und sie hatte jetzt wirklich genug Zeit das zu begreifen.)

5.| Seite 237 – Ende: 

Was soll ich noch sagen?! Es war so vorhersehbar. Ich mein, klar gibt es Leute, die in so Situationen kommen und ich war es wahrscheinlich auch schon – nicht im Detail, aber eben auf andere Art; mangelnde Kommunikation eben. Genau das ist es was mich stört, denn ich kann sowas nicht mehr mit meinem Leben vereinbaren. Schon die Vorstellung JAHRE in diesem Zustand zu verbringen, boa, ne… Geht einfach nicht. Ich mein, super, dass die Beiden wieder zueinander finden, das würde es bei mir nicht geben, da wäre zu viel kaputt, aber ich würde halt vorher schon das Gespräch suchen. Ich kann die Tante einfach nicht verstehen und ihn auch nicht. Nein, wirklich nicht. Genau diese Art von Protagonisten ist der Grund, weshalb ich solche Bücher nicht lese. Schnauf.

Fazit

Also grob kann ich sagen, dass ich dieses Buch jetzt nicht wirklich grandios fand. Das Verhalten der Protagonisten ist einfach ungesund und aus meiner Sicht total katastrophal. Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen, die in der Hinsicht betroffen sind, irgendwie mit fühlen, aber mein Mitgefühl hält sich da eher in Grenzen. Zum einen könnte ich nicht so lange in einer Beziehung leben, die so „funktioniert“ und zum anderen finde ich das Ende total unrealistisch. Ein Mensch, der so am Ende ist, wie Quinn, der kann doch nicht binnen so kurzer Zeit wieder so fröhlich sen. Also sorry, nein, auf mich wirkt das einfach komplett verkehrt. Entweder kam das Bild, das die Autorin zeichnen wollte bei mir komplett falsch an oder ich bin einfach zu verquert.


Leigh Bardugo – Goldene Flammen

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Klappentext: Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren von Ravka. Jemand, der entbehrlich ist – ganz anders als ihr Kindheitsfreund Malyen, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Doch als Alina Mal bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich alles für sie, denn sie findet heraus, dass sie eine Grisha ist, die über große Macht verfügt. Alina wird ins Trainingslager der Grisha versetzt, der magischen und militärischen Elite Ravkas. Dort findet sie einen ganz besonderen Mentor: Den ältesten und mächtigsten der Grisha, der nur der »Dunkle« genannt wird und der schon bald ganz eigene Pläne mit Alina verfolgt.

Warum Dörte es niemals gelesen hätte?
Vielleicht ist niemals gelesen hier ein bisschen zu weit hergeholt. Tatsächlich hat sie schon ein bisschen Interesse daran, aber sie hatte schlicht Angst, weil Fantasy ja nicht so ihrs ist. Aus dem Grund hätte sie es wohl eher nicht gelesen.

Warum soll Dörte es lesen? Weil es mich überzeugt hat und sie meint, dass es „leichte“ Fantasy sein soll. Sie wollte nämlich nicht gleich irgendwas lesen, wo es hundert Personen gibt und dazu auch noch zig verschiedene, abgefahrene Welten.

Lesetagebuch

  1. | bis Seite 117:

    Nach anfänglichen Startschwierigkeiten bin ich jetzt schon total drin in der Geschichte und tatsächlich, man glaubt es kaum, begeistert! Ich mag, dass es einfach gehalten ist und nicht zig Tausend Figuren benannt werden. Außerdem ist es auch erfrischend zu lesen, dass es in der Ich-Form geschrieben ist. Das kenne ich aus dem Fantasy Genre jetzt eigentlich gar nicht so. „Goldene Flammen“ ist sehr spannend und temporeich, was mir außerordentlich gut gefällt. Es hat nicht lange gedauert, da hatte ich den ersten Abschnitt schon hinter mir. Jetzt kann ich es kaum abwarten, erneut zum Reader zu greifen und weiter in die Welt der Grischa einzutauchen. Wenn mir das Buch weiterhin so gut gefällt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich gleich die gesamte Trilogie hintereinander weg lesen werde. 🙂

  2. | Seite 118 – Seite 228:

    Wow, also dass es so rasant zugeht, hätte ich ja nun nicht mit gerechnet. Ich musste mich regelrecht bremsen, damit ich nicht verpasse, etwas zu diesem Abschnitt zu schreiben. Ich mag Alina unheimlich gerne. Sie ist so herrlich direkt und witzig, dass es mir außerordentlichen Spaß macht, mich mit ihr im Palast rumzutreiben. Der Dunkle war mir eigentlich auch ziemlich sympathisch. Dass er Böses vor hat, nun, ich hab da wirklich nicht mit gerechnet. Das mag entweder daran liegen, dass die Autorin das wirklich super gemacht hat, oder daran, dass ich eben ein Neuling in diesem Genre bin. Ich finde die Geschichte unglaublich spannend und so temporeich, dass ich gar nicht bemerke, wie schnell die Seiten an mir vorbei ziehen. Ich habe schon des Öfteren Ängste ausgestanden, weil ich so Schiss hatte, dass Alina erwischt wird. Sehr schön finde ich, dass sie gerade wieder mit Mal unterwegs ist. Ich hätte es schade gefunden, wenn die Beiden absolut getrennte Wege gegangen wären. Dazu ist ihre Beziehung einfach zu tief und zu besonders. Jetzt bin ich gespannt, ob sie den Hirsch wirklich fangen und wie der erste Teil schließlich endet. Wird es vielleicht noch einen Kampf geben zwischen Alina, Mal und dem Dunklen? Oder ist es gar nicht so, wie gesagt wurde und der Dunkle will wirklich die Welt retten und ist dabei völlig selbstlos? Ich denke, es wird eher auf ersteres drauf hinauslaufen, aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen. 🙂 Momentan ist es übrigens auch so, dass ich garantiert gleich alles hintereinander weg lesen werde. Es gibt jetzt ja sogar schon ein paar mehr Bücher aus der Grischa-Welt. Sind die alle so unfassbar gut? Wenn ja, dass muss ich die unbedingt auch lesen! 😀

  3. | Seite 229 – Ende:

    Oh Mann, da hatte ich ja sogar Recht mit meiner Vermutung, dass es noch zum Kampf kommt. Blöderweise ist der blöde Dunkle natürlich in eine wirklich romantische Szene reingeplatzt, das hat mich echt geärgert. 😀 Ich finde es so bezaubernd, wie die Zwei zueinander gefunden haben. Umso angepisster war ich, als der Dunkle plötzlich aufgetaucht ist. Verständlich fand ich, dass Mal Alina nicht töten konnte, aber ich verstehe auch sie, dass sie wollte er tut es.
    Es war wirklich bis zum Ende hin sehr spannend. Ich habe öfters Schnappatmung gehabt, weil ich echt Schiss hatte, dass noch was schief geht. Mit dem Ende bin ich echt zufrieden und jetzt bin ich gespannt auf den zweiten Band, den ich auch schon angefangen habe. 🙂

Fazit

Ich bin entzückt! Tatsächlich habe ich absolut nicht damit gerechnet, dass ich diesen ersten Teil so abfeiern würde! Ich bin positiv überrascht, wie leicht es zu lesen war und wie toll die Protas und die Settings ausgefallen sind. Außerdem mag ich den Schreibstil wirklich sehr. Von der ersten bis zur letzten Seite war die Geschichte unfassbar spannend und konnte mit einem hohen Tempo punkten. Ich bin echt begeistert und unendlich dankbar, dass ich das Buch gelesen habe. Aus diesem Grund wollte ich diese Rubrik unbedingt einführen: Damit ich eben auch in den Genuss solcher Bücher komme, die ich ansonsten niemals gelesen hätte und das wäre bei „Grischa“ echt absolut schade gewesen!
Jetzt hoffe ich sehr, dass es dir, liebe Yvo, bei „Was perfekt war“ zumindest ähnlich ergehen wird. 🙂 Danke für den großartigen Tipp! Ich werde dann jetzt mal weiter lesen. 😀


Wer noch Lust auf so eine Aktion hat, der kann sich gerne melden!
Ich geh jetzt erst mal lesen.

3 Kommentare zu „Lesen über den Tellerrand #1

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