„Die geheimen Leben der Schneiderin“ von Angelika Waldis

Klappentext:

Tag für Tag sitzt die Schneiderin Jolanda Hansen in ihrem Atelier und ändert Kleider. »Zweimal Langarm mit Manschette« steht im Auftragsbuch, dessen hintere Seiten für Dinge reserviert sind, die Jolie niemals aussprechen würde. Versteckte Wahrheiten über ihre Kunden zum Beispiel. Und Fragen zu Franz, ihrem großen Bruder, der mit siebzehn von einem Badeausflug nicht zurückkam.
Als Jolie zum achtzigsten Geburtstag der Eltern eine große Familienfeier vorbereitet, kann sie das allgemeine Schweigen nicht mehr ertragen. Was, wenn Franz damals gar nicht ertrunken, sondern fortgegangen ist? Nach all den Jahren begibt sie sich auf die Suche, trennt ihr sauber umsäumtes Leben auf und findet viel Verborgenes.

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Meinung:

Viel zu lange lag dieses Buch nun. Viel zu oft nahm ich es in die Hand, begann zu lesen und dachte mir, dass ich es doch unbedingt lesen muss. So war dieses Buch mein letztes Werk im Jahr 2019. Wie schon bei „Ich komme mit“ war der Schreibstil sehr eigen, aber erfrischend und schön zu lesen. In dieser Geschichte vermisste ich etwas den Tiefgang. Zwar denkt Jolie viel nach und einiges davon bekommt man auch mit, aber dennoch fehlte mir etwas. Interessant finde ich immer wieder diese Gedankengänge zu den Such-Inseraten.

Doch wo blieb die Botschaft? Natürlich regte es zum Denken an. Natürlich lies es mich am Leben der Schneiderin teilhaben. Dennoch, mir fehlte etwas. Vielleicht war es der große Knall am Ende? Das pompöse Finale ganz auf Waldis Art? Ich kann es nicht sagen. Es war auf jeden Fall kein schlechtes Buch, definitiv nicht. Vielleicht lag es einfach daran, dass es ihr Debüt war? Ich weiß es wirklich nicht.

Dennoch, es war erheiternd. Es sorgte für ein schmerzendes Ziehen in der Brust. Denn der Leser erfährt, was die anderen nicht wissen: Die Geheimnisse. Ganz schnell, oder auch ein wenig langsamer, bekommt man vor Augen geführt, wie schnell eine kleine Notlüge zu einem neuen Lebenslauf werden kann, welcher schlussendlich dann zur Stolperfalle wird bzw. werden kann.

Herzlich lachen musste ich dann auch noch über mich selbst. „Lass uns nach Konstanz fahren. Da ist alles viel billiger.“ – Äh, wie bitte? Ach ja, das Buch spielt ja in der Schweiz.  Tja, da war ich wohl nicht ganz bei der Sache. Auch sonst sorgte die Autorin für den einen oder anderen Lacher, der nicht meiner eigenen Umnachtung geschuldet war. Wie soll ich sagen. Aus meiner laienhaften Sicht, würde ich es als ein Stück unterhaltsame Literatur bezeichnen, welche das Leben der inzwischen gealterten Schneiderin Jolie beschreibt.

Abgesehen von der hübschen Aufmachung des Wunderraum Verlages, fand ich auch die Darstellung der Geschichte gelungen. Keine Kapitel, nur Absätze. Kein Schnick Schnack, einfach aus dem Leben raus. Frau Waldis, bitte hören sie nicht auf zu schreiben!

Fazit:

Nicht vergleichbar mit dem vorherigen Buch, das eigentlich ihr nachheriges Buch war, aber dennoch lesenswert und berührend auf seine Art.


Der Schluss:
Autor: Angelika Waldis
Verlag: Wunderraum
Preis: 20,00 €
Seiten: 192
ISBN: 978-3-336-54806-4
weitere Formate: eBook

Und für alle, die es interessiert: „Ich komme mit“ von Angelika Waldis

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