„Das Gedächtnis von Babel“ von Christelle Dabos

Die Spiegelreisende – Band 3


Klappentext:

Fast drei Jahre hat Ophelia Thorn nicht mehr gesehen. Nach seinem plötzlichen Verschwinden musste sie den Pol verlassen und nach Anima zurückkehren. Doch eines Tages macht sie sich heimlich auf den Weg zur Arche Babel, um mehr über Gott herauszufinden und sich auf die Suche nach Thorn zu begeben. In Babel angekommen, einer Arche mit strikten Vorschriften und argwöhnischen Bewohnern, die Robotern mehr gleichen als Menschen, muss Ophelia sich als »Lehrling« am Konservatorium der Guten Familie beweisen. Als in dem Secretarium der Arche eine Zensorin tot aufgefunden wird, die kurz vor ihrem Tod die Werke eines Kinderbuchautors verbrannt hat, erkennt Ophelia fassungslos, wie sehr sie selbst in diese tödliche Geschichte verstrickt ist.

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Meinung:

Ich hab mir jetzt einen Abreißkalender gebastelt. Okay, hab ich nicht, aber ich sollte es tun! Ophelia, oh, wie ich sie liebe. Wie ich den Stil von Christelle Dabos liebe. Also bisher, sorry, gefällt mir die Reihe ganz klar VIEL besser als „Harry Potter“. Für mich sind die Bücher von der ersten bis zur letzten Seite wie Träumen. Diese schier unendliche Vielfalt an Charaktere, Weltgestaltung, das muss man sich mal überlegen. Die Welt, die zerbricht und als Archen durch den Weltraum kreisen. Zudem erfährt man in jedem dieser Bücher etwas neues. Lernte man im ersten Band die Einfachheit der Animisten kennen, so wurde man spätestens im zweiten Band überrollt von den Bewohnern sowie dem Aufbau des Pols und nun geht es nach Babel. Einfach unglaublich. Dann noch de Tochter des Familiengeistes, Viktoria. Meine Güte. Wie kommt man nur auf solche Ideen?! Ehrlich, ich hab keine Ahnung, wie ich sinnvoll etwas zu dem Buch schreiben soll, das mich so restlos begeistert.

Ich versuche es. Bitte seht es mir nach, wenn ich wieder ins Schwärmen gerate. Die Entwicklungen von Ophelia fand ich schlicht und ergreifend phänomenal. Da sie auch in diesem Band noch etwas verhalten ist in so manchen (vielen) Situationen, ist ihr Wandel, eher subtil, somit aber auch sehr authentisch. Sind wir mal ehrlich, aus der grauen Maus wird nicht von heute auf morgen der große Hulk. Sie hat sich im Laufe der Geschichte auf jeden Fall sehr gemausert! Thorn fand ich, ja, wie fand ich ihn denn. Also, ich denke „entzückend“ ist tatsächlich ein recht passendes Adjektiv. Er bleibt sich selbst treu, so viel kann ich verraten. Ich hab ihn wirklich sehr lieb gewonnen inzwischen.

Die Wendungen, welche die Geschichte in diesem Buch nimmt, hätte ich so ganz klar nicht erwartet und ich bin auch noch sehr gespannt, ob der weibliche Familiengeist noch eine größere Rolle im nächsten Band bekommt, denn so machte es – zumindest zum Ende hin – den Anschein. Oder ob es einfach Zufall war? Vor allem hoffe ich, dass es noch eine Erklärung zu den Geschehnissen rund um Ophelias „neuer Gabe“ gibt, denn zwar finde ich die Idee verdammt gut und auch passend in die Geschichte gewebt, aber ein bisschen fehlt mir hier noch der Input; die Hintergründe oder die Gründe an sich. Außerdem bin ich unfassbar gespannt, wie es mit Viktoria weiter geht.

Wer sich vielleicht erinnert, dies ist die Tochter von Faruk und Berenilde (oder wie auch immer man sie schreibt – wer denkt sich nur solche Namen aus). Im letzten Band lernten wir sie ja nur flüchtig kennen, da sie auf die Welt kam und dann das Buch endete. In diesem Teil bekommt sie sogar eigene Kapitel. Diese sind aus der Sicht des Mädchens geschrieben und entsprechend kindlich sowie oftmals von Unwissenheit geprägt. Jedoch wird auf den Wechsel in die Ich-Perspektive verzichtet, was mir persönlich sehr gut gefiel, da es somit ein gleichbleibendes Lese-Niveau blieb. Ich bin sehr gespannt zu erfahren, ob die kleine Viktoria ihre Art/ Kraft von ihrem Vater geerbt bekommen hat oder ob sie einfach aufgrund der „Kreuzung“ ist wie sie ist.

Ihr seht, ich habe doch noch etwas sinnvolles zu äußern und bin selbst schon fast begeistert, wie gut das sogar ohne Spoiler funktioniert. Sicher denke ich mir dann später wieder, dass ganz viele Dinge fehlen, aber ich will ja keinen Roman schreiben. Deswegen kann ich weiterhin nur empfehlen: Lest diese Reihe!

Fazit:

Verhältnismäßig das absolut grausamste Ende, denn der Leser darf noch über ein Vierteljahr warten bis es weiter geht und Frau Dabos hielt es nicht für nötig ein schönes Ende zu hinterlassen wie bei den anderen Bänden. Nein, es musste genau dann enden als es am spannendsten war.
Ganz klare Steigerung der Reihe und selbstverständlich nach wie vor eine Leseempfehlung!


Der Schluss:
Autor: Christelle Dabos
Verlag: Suhrkamp/ Insel
Preis: 18,00 €
Seiten: 520
ISBN: 978-3-458-17827-9
weitere Formate: eBook
Die Reihe:
Band 1: Die Verlobten des Winters
Band 2: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
Band 3: Das Gedächtnis von Babel
Band 4: Im Sturm der Echos – ET: 18. Mai 2020

 

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