„Die Quellen von Malun – Blutgöttin“ von Daniela Winterfeld

Altersempfehlung des Verlages: ab 16 Jahren
(absolut gerechtfertigt)


Beschreibung: 

Eine Welt, vier Schicksale und alle sind miteinander verbunden.
Das Wasser auf Ruann versiegt, der Krieg breitet sich immer weiter aus und die Leben scheiden dahin. In dieser Welt leben die Politikertochter Feyla, der Offizier Dorgen, sein Freund der Soldat Tailin und die Sklavin Alia. Sie alle haben den innigen Wunsch etwas zu ändern. Sie alle wollen die Welt retten. Sie alle sind durch ein bestimmtes Schicksal mit einander verbunden.

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Meinung:

Ich habe so viel zu diesem Buch zu sagen, dass ich vermutlich die Hälfte vergessen werde. Was mir besonders gut gefällt, dass die vier Erzählperspektiven  aus dritter Person geschrieben sind. Gefühlt ist das viel zu selten der Fall, oder ich lese die falschen Bücher – vermutlich Letzteres. Nach dem Prolog war ich sehr kritisch und schon drauf und dran eine Strichliste für das Wort „Blut“ zu beginnen. Glücklicherweise war es dann doch nur der Prolog. Er ist blutig, blutrünstig und brutal. Wie auch der Rest des Buches, teilweise. Genau das ist sogar mein größter Kritikpunkt.

Auf der einen Seite wird vermittelt wie böse die Welt ist, es hagelt Vergewaltigungen, Mord, Intrigen und Sklaverei. Sehr passend wie ich finde, denn die Sapioner wollen buchstäblich die Welt unterwerfen, die letzten Götter töten und… – scheinbar muss da noch mehr sein, wie der Klappentext verrät, aber da heißt es dann warten. In diesem Band lernt der Leser erst einmal die aktuelle Situation, Charaktere und deren Beweggründe kennen. Sowie den (eventuellen) Beginn der eigentlichen Geschichte bzw. wo diese hinführen könnte.

Die Atmosphäre ist zumeist doch eher bedrückend, oder sollte es zumindest sein. Die Autorin hat aus meiner Sicht jedoch einfach zu viel Liebesgedöns und Geplänkel verbaut. Ich mein, ja, es gehört schon irgendwie dazu um alles etwas aufzulockern, aber mal ehrlich: Wenn die Welt gerade am untergehen ist und der Zeitdruck unglaublich groß ist, dann denke ich doch nicht daran meinem Gegenüber die Klamotten vom Leib reißen zu wollen. Für mich fühlten sich diese Passagen sehr falsch an und ließen mich an der Glaubwürdigkeit der Charaktere zweifeln.

Die Geschichte von Alia fand ich am besten. Wohl ist ihre Risikobereitschaft oftmals so grenzwertig, dass man jederzeit damit rechnet, dass es schief geht, aber dennoch steht sie für ihre Überzeugung ein. Zudem gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, die aber glaubhaft und schön verwebt ist. Die anderen Charaktere wirkten auf mich auch oftmals zu scheinheilig. Naja, falsch eben. Dennoch gefiel mir die Geschichte dahinter. Die Art, wie die Gottheiten in die Welt kommen, wie sie leben und dort integriert sind. Gerne würde ich mehr dazu schreiben, doch das wird wohl bis zum zweiten Band warten müssen, denn ich glaube das würde dem unwissenden Leser zu viel verraten.
Doch so viel kann ich noch verraten: Es gibt richtig interessante Wesen neben den Menschen und Göttern, nämlich die Pameli und ihre Pamuschkatzen. Einfach herrlich und ich hoffe noch ganz viel von ihnen zu lesen.

Was ich mir vielleicht gewünscht hätte, wäre eine Karte. Diese Welt ist wirklich sehr komplex und die zeitlichen Abläufe in der Geschichte sehr verwirrend – wodurch es aus meiner Sicht auch zu dem einen oder anderen Logikfehler kam. Das finde ich sehr schade, da es wie gesagt, eine verdammt gute Geschichte ist, zumindest bis jetzt und solche Dinge mir immer wieder den Spaß am Lesen rauben. Also die Logikfehler, nicht die fehlende Karte.

Den mir bereits bekannten Stil der Autorin fand ich sehr angenehm zu lesen. Im Vergleich zu einem anderen Buch, das ich von ihr schon gelesen habe, hat sie hier nicht an Tiefe und Details gespart, was mir gut gefiel. Oftmals fühlte ich mich direkt ins Buch versetzt, konnte die Hitze spüren und den Lärm der Lager hören. Alles in allem fand ich die Geschichte lesenswert und hoffe, dass ich auch in den folgenden Bänden über die bisherigen Kritikpunkte hinwegsehen kann.

Fazit:

Nichts für Zartbesaitete, dennoch mit Herz und schön zu lesen, aber leider auch mit einigen Macken.


Der Schluss:
Autor: Daniela Winterfeld
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 15,00 €
Seiten: 591
ISBN: 978-3-404-20948-4
weitere Formate: eBook

Die Reihe „Die Quellen von Malun“:
Band 1: Blutgöttin
Band 2: Blutsohn (erscheint am 28.02.2020)
Band 3: Blutschicksal (erscheint am 30.09.2020)

6 Kommentare zu „„Die Quellen von Malun – Blutgöttin“ von Daniela Winterfeld

  1. Huhu!

    Na immerhin konnte es dich doch einigermaßen begeistern :)
    Ich jedenfalls war hin und weg von der Geschichte und freu mich schon mega auf die Fortsetzung!

    Zitat aus deiner Rezi: Wenn die Welt gerade am untergehen ist und der Zeitdruck unglaublich groß ist, dann denke ich doch nicht daran meinem Gegenüber die Klamotten vom Leib reißen zu wollen.

    Hm, also ich weiß nicht, ich denke für viele ist genau das der richtige Zeitpunkt dafür ;) Für mich war das jedenfalls sehr gut nachvollziehbar, denn grade wenn alles um einen zerbricht, sucht man nach Liebe und Nähe, jemanden der für einen da ist – auch über den sexuellen Weg.

    Und Logikfehler sind mir tatsächlich nicht aufgefallen, da war ich einfach wohl zu tief und begeistert in der Geschichte drin :D

    Eine Karte hätte ich allerdings auch gerne gehabt, ich hoffe, die kommt mit Band 2.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Huhu,

      gespannt bin ich auch wie es weiter geht, so ist es nicht, aber naja,… :-D

      Findest du wirklich? Ach, ich weiß nicht. Ich finde das immer so unrealistisch. Wenn ich in einem brennenden Haus sitzen, dann schieb ich doch auch nicht erst noch schnell ’ne Nummer. Dann guck ich, dass ich da raus komm. :-D Mal krass gesagt. Für mich ist das halt immer etwas gaga, aber naja, es kommt in Büchern halt gut an. Das ist dann wieder die berühmte Geschmackssache.

      Ganz liebe Grüße auch an dich, Yvo

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  2. Aber das ist ja kein brennendes Haus, das ist es ja ;)
    Es dauert an und ich denke schon, dass man sich in so einer ständig bedrohlichen Situation etwas wünscht, Das einem Halt gibt.
    Würden ja früher auch auf den Feldzügen immer genug käufliche Frauen mitgeschickt, nur als Beispiel. Das ist jetzt nicht so weit hergeholt.

    Und jeder denkt ja nicht so, aber dieae Figur eben schon. Ich seh das ehrlich gesagt ganz normal :)

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    1. Naja, die Welt brennt. :D
      Okay, um ein Beispiel zu nenne: Tailin und die Katze, als sie unterwegs sind. Da wird des Öfteren auch erwähnt, dass Eile geboten ist. Und was machen sie? Gehen erst mal eine Runde planschen und Fummeln. Ich mein, ja, es ist Geschmackssache und ich will keinem irgendwie was einreden, aber für mich war das – und ähnliche Szenen im übergeordneten Sinne – einfach absolut unpassend. *Schulter Zuck*
      Die Sklaven und Huren in den Lagern fand ich wiederum sehr passend.

      Da fand ich die Geschichte von Feyla und, äh, Name vergessen, schon fast glaubwürdiger. Hier nervte mich einfach die Art der beiden Protagonisten etwas.

      Naja, aber gespannt bin ich ja trotzdem auf Band zwei. :D

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