„Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv“ von Jodi Taylor

Beschreibung:

Madeleine „Max“ Maxwell wird Archäologin, weil sie mit der Gegenwart nicht viel anfangen kann. Sie interessiert die Geschichte, denn diese ist weitaus spannender als der ganze Kram, der gerade vor sich geht. Prinzipiell findet sie ihren Job auch ganz cool, wenn auch etwas trocken und da ruft plötzlich ihre ehemalige Lehrerin an mit dem Jobangebot ihres Lebens, denn wer könnte schon nein sagen, wenn er tatsächlich Antworten auf die Fragen liefern könnte, die sich so viele über die Vergangenheit stellen, zudem noch live und in Farbe?

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Meinung:

Ha, bei dem Buch weiß ich wirklich nicht wo ich anfangen soll. Zum einen gefiel mir schon, dass die Autorin zu Anfang darauf hinweist, dass es sich bei dem Projekt um Fiktion handle und die Historiker bitte die Füße still halten sollen. Wunderbar! Denn auch ich gehöre nicht zu der Fraktion Leser, welcher die Inhalte eines Buches auf Herz und Nieren nach ihrer Richtigkeit überprüft; lediglich bei Details, die mich schlauer wirken lassen, möglicherweise. (Für alle, die es brauchen, die fügen hier bitte einen großen Zwinker-Smiley ein!) Entsprechend amüsiert ging ich an das Buch und dieser Zustand hielt an.

Ich habe gelacht, gekichert und irgendwann fragte mein Freund schon gar nicht mehr, wenn ich irgendwelchen seltsamen Töne von mir gab. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite voll dabei. Okay, manche Dinge konnte ich mir nur mäßig vorstellen, beispielsweise diverse Hologramm-Präsentationen, aber dennoch war es einfach mitreißend geschrieben. Die historischen Ereignisse, welche erforscht wurden, wurden zwar erläutert, aber man möchte dabei nicht zwingend ein Nickerchen halten. Für Liebhaber von historischen Romanen, in denen – zumindest meinem Verständnis nach – die Geschichte und deren Details eine große Rolle spielen, sollten dies hier nicht zwingend erwarten, da es doch eher oberflächlich behandelt wird.

Die Liebesgeschichte fand ich auch ganz okay, da sie zwar sehr präsent war, aber nicht im Mittelpunkt stand. Natürlich ärgerte ich mich über die Dämlichkeit der Protagonisten und die Unfähigkeit zur Kommunikation in so mancherlei Situation, aber irgendwann werde vielleicht sogar ich damit leben können, dass es in Büchern, die Herz beinhalten eben immer etwas Drama braucht. Bisher gefällt mir der Verlauf der gesamten Handlung auch recht gut und ich bin gespannt was Band zwei, der sicher irgendwann folgen wird, zu bieten hat. Die Autorin schaffte es den Verlauf der Geschichte schlüssig nieder zuschreiben.

Was ich mir für die Zukunft wünschen würde, wäre etwas mehr über Vergangenheit von Maxwell, da ich diese zwar sehr sympathisch finde, aber oftmals werden Dinge erwähnt wie ihre Familienverhältnisse und da fehlt mir etwas Tiefe. Ihr Verhalten in manchen Situationen und ihre Vergangenheit werden oft einfach Umschrieben. Ein bisschen nach dem Motto: Ist halt so. Gerade das finde ich schade, denn es fühlt sich an, als hätte Jodi zwar schön gezeichnet, aber vergessen ihr ein Gesicht zu geben.

Ansonsten fand ich das Buch einfach super unterhaltsam und obwohl ich inzwischen nicht mehr so ein großer Fan von Reihen bin, bin ich schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird und Frau Taylor es tatsächlich schafft den Faden bei zu behalten, denn genau das ist für mich die große Kunst in Sachen Zeitreisegeschichten. Der Schreibstil ist einfach locker flockig und zumeist sehr bildhaft.

Fazit:

Ein sehr unterhaltsamer Zeitreise-Roman, der super gut zu lesen ist und ganz klar Lust auf mehr macht; dazu noch eine Brise Herz beinhaltet.


Der Schluss:
Autor: Jodi Taylor
Verlag: Blanvalet
Preis: 9,99 €
Seiten: 512
ISBN: 978-3-7341-6208-4
weitere Formate: eBook

6 Kommentare zu „„Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv“ von Jodi Taylor

  1. Die eingangs erwähnte Anmerkung „dass es sich bei dem Projekt um Fiktion handle und die Historiker bitte die Füße still halten sollen“ klingt für mich ein bisschen nach:

    „Ich hatte einen Plot, aber keine Lust, zu recherchieren!“ ;-)

    Und da ich einer dieser nervtötenden Leser bin, die historische Begebenheiten in Büchern tatsächlich auf ihre Genauigkeit abklopfen, bin ich hier wohl eher raus. :-)

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    1. Genau deswegen hab ich es explizit noch mal dazu geschrieben, denn ich finde, dass man es schon wissen sollte. Was sagte im März eine Autorin: „Es ist bald schwerer alle Daten auf ihre Richtigkeit zu prüfen, als ein Buch zu schreiben und selbst dann finden die Leser immer noch etwas das nicht passt.“ :)

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      1. Ja, das ist eben das Problem, wenn man sich an historische Stoffe wagt, das erfordert unter normalen Umständen schon einige Arbeit.

        Allerdings hat sich die Verfügbarkeit der Quellen gebessert, demgegenüber steht eine augenscheinlich immer kritischere Leserschaft. Ich finde, das gleicht sich aus … ;-)

        Gefällt 1 Person

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