„Jagdtrieb“ von Hendrik Esch

Beschreibung:

Nachdem scheinbaren Selbstmord von Oscar Colossa, erbt der junge Anwalt Paul Colossa aus München, dessen Kanzlei in der bayrischen Provinz Neustadt. Das Erbe beinhaltet nicht nur die Kanzlei selbst, sondern auch all die verrückten Fälle und Mandanten, die sein Onkel über Jahre hinweg angesammelt hat. Wie auch der Fall der jungen Maja, bei der es sich um die Tochter des kuriosen russischen Unternehmers Victor Rivinus handelt. Sie bittet den jungen Anwalt um Hilfe, da ihr Ex-Freund sie stalkt und erhofft sich, dass dieser ein Kontaktverbot erwirkt. Natürlich tut Paul Colossa alles um dem Ruf seines Onkels gerecht zu werden, doch er ist auch nur ein Mensch und droht den Reizen der jungen Maja zu unterliegen, wodurch er beinahe das Wesentliche aus den Augen verliert.

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Meinung:

Joa, also das muss man dann schon mögen, gelle?!
Den Krimi konnte ich kaum bis gar nicht finden, denn ermittelt wurde in meinen Augen gar nicht. Unterhaltung war ganz klar geboten, keine Frage. Vielleicht auch etwas Spannung, wenn man nicht gerade in den privaten Problemen von Paul beschäftigt war. Die Charaktere wurden als skurril beworben, aber bei Paul hatte ich immer das Gefühl, dass er weder Fisch noch Fleisch ist. Diese Situation als er von München nach Neustadt umsiedelte, ein neues Leben begann. Das kam mir alles sowas von unrealistisch vor. Dennoch lies der Autor etliche Erklärungen und Details aus dem Leben eines Anwalts mit einfließen. Das stand für mich absolut im Gegensatz zueinander. Zum einen gibt ihm das etwas Authentizität,  aber ehrlich gesagt fand ich die überspitze Darstellungen des Autors einfach dermaßen unpassend, sodass Paul auf mich oftmals nur lächerlich wirkte.

Den vor Sarkasmus triefenden Text, die humoristische Art und Selbstironie – gerade in Bezug auf Anwälte – war für mich wohl einer der Gründe das Buch bis zum Ende zu lesen, denn das unterhielt mich recht gut. Gegen Ende hin wird mehr oder weniger auch klar weshalb das Buch „Jagdtrieb“ heißt, wenngleich es irgendwie trotzdem nicht so richtig passen möchte in meinem Kopf. Wer mich ein wenig kennt, der weiß, dass ich kein Problem damit habe, wenn etwas nicht ganz so ist, wie ich es vielleicht erwarte, da ich mich auch gerne mal von etwas neuem überraschen lasse. Im Fall Colossa muss ich jedoch gestehen, dass ich damit so gar nichts anfangen kann. Auf mich wirkte die Geschichte wie der reinste Slapstick und um dem Ganzen noch ein Krönchen zu verpassen, bekam dann eine Dragqueen die Nebenrolle. Von der schönen Maja, die den guten Colossa bereits vom ersten Moment an betört und der streitlustigen Ex-Freundin, fange ich erst gar nicht an.

Bei dem Schreibstil selbst hatte ich, zumindest zu Anfang, meine Probleme, aber nachdem ich einmal drin war, las sich das Buch recht flüssig. Die Kapitel waren unterschiedlich lang, aber passend von der Aufteilung. Meine liebste Charaktere war vermutlich Attila, der beste Freund von Paul, der zwar auch seinen Schatten weg hatte, aber dennoch am authentischsten wirkte. Daneben fand ich die verstorbene Figur des verstorbenen Oscar Colossa noch recht interessant, wobei diese leider etwas vernachlässigt wird – schließlich gibt es ihn ja nicht mehr.

Ob ich die Reihe weiter verfolge ist für mich fraglich. Zwar bekam ich Unterhaltung geboten, aber vom Konzept her ist es, glaube ich, auf Dauer einfach nichts für mich. Für ein Debüt, so finde ich, kann es sich aber auf jeden Fall lesen lassen.

Fazit:

Für mich leider eher ein Reinfall, aber definitiv unterhaltsam und kurzweilig.


Der Schluss:
Autor: Hendrick Esch
Verlag: Goldmann
Preis: 10,00 €
Seiten: 496
ISBN: 978-3-442-48816-2
weitere Formate: eBook

Die Reihe:
Band 1: Jagdtrieb

3 Kommentare zu „„Jagdtrieb“ von Hendrik Esch

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