„Illuminae (1)“ von Amie Kaufmann und Jay Kristoff [Lesegruppe]

Lesegruppe: Mai 2019

Klappentext:

Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.

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Da der Mops ohne Einband geliefert hat,…

Meinung:

Aufgrund von Zeitmangel war unsere Leserunde zwar nicht so wie wir uns das normal wünschen – ich habe das Buch beispielsweise schon vor den Anderen beendet, weil ich es wegen hundert Seiten nicht mit in Urlaub nehmen wollte- und dennoch gab es gefühlt sehr viel zu sagen. Das Buch, ist wie auf der Verlagsseite und überall sonst im Netz beschrieben, aufgrund seiner Aufmachung etwas besonderes. Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei dem Buch um die Zusammenstellung von diversen Dokumenten. Berichte einer Überwachungskamera, Chat Verläufe, und vieles mehr – wie eine Akte eben. Von der Gestaltung her also ein absolutes Highlight.

Was mich massiv störte, war die oftmalige Nichtbeachtung von Groß- und Kleinschreibung sowie die Ausdrucksweisen. Bei den Chats hätte ich vielleicht sogar ein Auge zugedrückt, da diese mit unter von Jugendlichen geführt wurden, aber auch bei diversen Aufzeichnungen wollte ich mir gern mal an den Kopf fassen. Unterhaltsam fand ich hingegen, dass das Buch stellenweise zensiert wurde. Zwar kann man sich denken welches Wort dort steht, aber es ist eben geschwärzt. Manche Passagen sind in kompletter Großschrift verfasst und hier möchte ich danken, dass man die eigentlichen Großbuchstaben noch mal kenntlich gemacht hat bzw. hervorgehoben hat, denn für mich gibt es auf lange Sicht nicht schlimmeres als alles in Großbuchstaben zu lesen. Da fällt es mir – als Kind des Internets – leichter alles in kleiner Schrift zu lesen. In dem Fall ärger ich mich höchstens über die Faulheit des Verfassers, zumindest wenn eine vollwertige Tastatur vorhanden ist. So haben wir eben alle unsere Macken.

Inhaltlich fällt es mir extrem schwer ein richtiges Fazit zu ziehen. Für mich war das erste Drittel das Kennenlernen. Da bin ich meist eher neutral eingestellt, denn man muss sich ja erst mal einfinden; so auch hier. Im zweiten Drittel war ich genervt, denn für mich gibt es nichts schlimmeres, als Situationen in denen die Welt kurz vor der Zerstörung steht und die Protagonisten nichts besseres zu tun haben als endlose Liebesbekundungen von sich zu geben. Da mir ja aber sowieso nach gesagt wird, dass ich ein tendenziell kühler Mensch wäre, könnte es auch einfach an mir liegen. Sicher ist es – für andere – total romantisch, denn es ist ja auch absolut logisch, dass man lieber rum sülzt als das Problem anzupacken um seine Überlebenschancen zu sichern oder zumindest zu verbessern. Das letzte Drittel war einfach genial! Es gab Wendungen, Enthüllungen und dazu noch eine kleine Portion unterschwelligen Wahnsinn.

Im Prinzip hätte man schätzungsweise einfach 100 Seiten in der Mitte kürzen können und es wäre ein verdammt gutes Buch geworden. Okay, vielleicht hätte man die an der sprachlichen Ausarbeiten noch ein bisschen feilen können. Bei den Charakteren selbst muss ich sagen, dass ich nicht recht weiß was ich denken soll. Am liebsten war mir eigentlich die KI. Wirklich Emotionen kamen für mich beim Lesen nicht auf, was aber wohl an der Fülle an Gefühlen in der Geschichte lag – und ja, ich wusste zuvor auf was ich mich einlasse. Richtig gut fand ich die eine oder andere Kampfszene, die schon allein durch die Aufmachung ein richtiges Chaos im Kopf zaubert, so dass man mitten drin ist. Da aber, für mich, die Charaktere eher eine Nebenrolle zur Geschichte spielten, fand ich das gar nicht so tragisch, dass ich keinen sonderlichen Bezug zu ihnen hatte. Für mich war mehr die Geschichte selbst wichtig und die fand ich klasse.

Die Auflösung macht mich auf jeden Fall sehr neugierig auf den Fortgang der Trilogie, so dass ich diese weiterlesen möchte. Da sich die etwa 600 Seiten zügig weg lesen lassen, kann ich auch mit dem Herzschmerz gut leben, denn trotz allem lässt sich der Schreibstil recht gut lesen und durch die besondere Aufmachung kommt immer wieder etwas frischer Wind in die Geschichte.

Fazit:

Sprachlich leider nicht der Bringer, aber das Ende reißt noch mal alles raus. Wer auf SiFi und Liebesgeschichte steht, der dürfte hier gut bedient sein.


Der Schluss:
Autor: Amie Kaufmann, Jay Kristoff
Verlag: dtv Junior
Preis: 19,95 €
Seiten: 608
ISBN: 978-3-423-76183-3
weitere Formate: eBook
Die Reihe:
Band 1: Illuminae
Band 2: Gemina
Band 3: ?


Der Teil nach dem Schluss:

Hier findet ihr die Rezensionen zu „Illuminae“:
Madelaine von „Black nd Beautiful
Romy von „Mein Lesezauber“

Vorschau:
Im kommenden Monat wollen wir aufgrund der Urlaubszeit pausieren und freuen uns umso mehr auf den Juli!

6 Kommentare zu „„Illuminae (1)“ von Amie Kaufmann und Jay Kristoff [Lesegruppe]

  1. Nachdem mich eine Freundin gespoilert hat (unabsichtlich, sie hat nicht den Titel genannt und konnte nicht ahnen, dass ich konsequent Neuerscheinungen stalke), klang die Geschichte für mich auch nicht allzu interessant. Der Hype war auch sehr kurzlebig und Jay Kristoff ist doch gerade mit der Erscheinung von Darkdawn im Gespräch – ich denke, dass das mir eher zusagt, als die Illuminae Files. Beruhigend, dass du auch nicht so begeistert warst!

    Viele Grüße
    Jana

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    1. Es kann einem ja nicht alles von einem Autor zusagen. :-D „Nevernight“ von Jay Kristoff beispielsweise soll ja auch recht gut sein, wobei ich es noch nicht gelesen habe. Ich warte jetzt mal was die liebe Madelaine von Black’nd Beautiful zu dem Buch schreibt, wenn sie es gelesen hat. Wobei „Darkdawn“ ja der dritte Band ist (eben erst gegoogelt, dass wir quasi die selben meinen ^^). Hast du die ersten beiden schon gelesen?

      Viele Grüße,
      Yvo

      Gefällt 1 Person

      1. Hi Yvo, nein, ich bin völliger Jay Kristoff-Neuling. Late to the party, aber dafür könnte ich dann alle drei Bücher hintereinander weg lesen :-). Mal sehen, ich liebäugle auch noch mit „Red Rising“ eines anderen Autors und bin noch unentschlossen, wem ich auf die Schnelle den Vorrang gebe. Zu viel Auswahl und zu viele gute Tipps! Viele Grüße, Jana

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