„Der Insasse“ von Sebastian Fitzek [Hörbuch] und meine neue Freundschaft zu Audible

Vorwort:

Seit einiger Zeit höre ich wieder vermehrt Hörbücher, so dass ich mich schon öfter gefragt habe: Würde sich ein Audible Abo lohnen? Leider muss ich gestehen, dass es mich gewaltig stört, dass ich für die Nutzung an die App oder Amazon-Geräte gebunden bin. Natürlich kann ich die Maßnahme unter dem Deckmantel des Kopierschutzes absolut nachvollziehen, aber aufgrund meines zickigen Autoradios, das keine Steuerung mehr übernimmt, ist es keine Dauerlösung – schließlich muss ich ja mein Handy koppeln.

Auf der anderen Seite ist es auch nervig immer die CDs zu rippen – sofern es sich nicht um MP3 handelt – um diese auch über das Handy hören zu können, beispielsweise beim Putzen, Kochen, oder was eben gerade anfällt. Schnell wird klar, dass es ein Teufelskreis ist. Warum also aus zwei doofen Dingen nicht einfach ein doofes Ding machen – getreu dem Motto: Geteiltes Leid ist halbes Leid. So meldete ich letzte Woche mein Probeabo bei Audible an und klickte mich durch die Seite. Tja, mein Merkzettel umfasst inzwischen knapp 20 Titel und die meisten davon sind (tatsächlich) Sub-Leichen – ihr erinnert euch vielleicht an meinen Plan mich selbst an der Nase herumzuführen?! Gut. Weiter im Text.

Das Amazon-Unternehmen ist ja nicht doof. Marketing ist ja schließlich alles. So hörte ich als Test, natürlich nicht wie geplant ein SUB-Buch, sondern eine Neuerscheinung, auf die ich schon eine Weile neugierig war. Ja, ich bin ein Social Media Opfer! Denn trotz meiner Abneigung gegen Sebastian Fitzek – warum muss er so oft den Schluss seiner Bücher versauen?! – fiel die Meinung, von sonst Gleichgesinnten, zu diesem Buch doch recht gut aus. Schon als ich mich über Audible informierte – also die letzten Wochen, stolperte ich mitunter über das Magazin. Dort gibt es übrigens immer wieder Empfehlungen  in verschiedene Genre unterteilt, die ich natürlich schnell wieder weg geklickt habe um meinen Vorsatz einhalten zu können.  (Man kennt sich doch!)

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Quelle: Audible

Zudem stolperte ich neben etlichen interessanten Artikel über diverse Neuerscheinungen, ein  Fitzek-Quiz (bei dem ich vermutlich jämmerlich versagen würde), der Entstehung eins Podcasts, was ein Kind hören sollte und überhaupt, auch über zwei Artikel, die ich mir direkt mal in die Lesezeichen gepackt habe, um nämlich beim Thema bleiben: Fitzek (und nein, er hat mir kein Geld für jede Erwähnung seines Namens bezahlt). Denn zum einen, was ich ja richtig cool finde, hat Audible eine Karte mit den wichtigsten Schauplätzen seiner Romane erstellt und zum anderen gibt es einen Artikel über die richtige Reihenfolge der Bücher. Nachdem ich also festgestellt habe, dass ich sowieso wie Kraut und Rüben gelesen habe, kann ich genauso gut so weiter machen und direkt mit „Der Insasse“ weiter machen. Doch die Karte finde ich richtig cool. Zum einen liegt es daran, dass ich ein kleiner Karten-Narr bin und zum anderen, dass man gewisse Dinge gleich noch erklärt bekommt, wie beispielsweise die Hintergrund-Infos zum Schauplatz  des erwähnten Buchs.

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Quelle: Audible

Mein Fazit nach dem ersten Test ist auf jeden Fall, dass ich Audible eine Chance geben werde. Da mir ein Guthaben im Monat wohl nicht immer reichen wird, werde ich mischen und gut ist. Dann bin ich von beidem etwas genervt, aber die eierlegende Wollmichsau gibt es für mich eben nicht. Nun hab ich aber genug gequatscht, jetzt geht’s zum Buch….


Beschreibung:

Nachdem Tramnitz zwei Kindermorde sowie den Mord an einer Mutter gestanden hat, schweigt er. Im Fall des kleinen Max hat die Polizei keine Beweise, obwohl davon auszugehen ist, dass auch dieser in den Fängen des Psychopathen gelandet ist. Till, der Vater von Max, überredet seinen Schwager, der bei der Polizei arbeitet, dass er ihn als falschen Patient in die Klinik einweist, in welcher Tramnitz untergebracht ist. Doch wird er es schaffen dem Kindermörder so nahe zu kommen um ihm sein Geheimnis zu entlocken?

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Meinung:

Habe ich schon mal ein Buch rezensiert, welches von Simon Jäger gesprochen wurde? Ich glaube nicht. Auch wenn ich weiß, dass er es nie lesen wird: Good Job! Da ich, wie so oft, lange überlegt habe woher ich diese Stimme kenne, musste ich natürlich suchen und siehe da: Der Joker! Zwar war es nicht Simon selbst, aber dennoch werde ich nie vergessen wie er das Krankenhaus in Schwesterntracht in die Luft gejagt hat. Genug der Ausschweife. Was ich sagen will ist, dass ich vermutlich einfach alle Fitzek Bücher zukünftig hören werde, da der Sprecher einfach eine Wucht ist. Mein Lenkrad empfand das teilweise sicher nicht so, aber er hat mich echt absolut mitgenommen. Ob Frau, ob Mann, ob Psychopath – es war ein Fest für die Ohren.

Die Story selbst hat mich sehr positiv überrascht, da ich seit langer Zeit keinen Fitzek mehr gelesen habe, denn leider hab ich genau die Bücher erwischt, deren Ende einfach eine Katastrophe war. Wer macht denn sowas? Ich mein, man kann ja als Autor gern eine Überraschung in Petto haben für den Schluss, aber bei ihm hatte ich oft das Gefühl, als sei es einfach hin geklatscht. Nach dem Motto: Oh, ich habe Abgabe, aber mein Buch ist noch nicht fertig – dann war es eben der Gärtner. Da ich auch von Gleichgesinnten viel gutes zu „Der Insasse“ gehört habe, ging ich zwar kritisch, aber dennoch guter Dinge an dieses Buch und bedanke mir für die fehlende Enttäuschung.

Die Kapitel spielen aus der Sicht von verschiedenen Beteiligten – anderen Insassen, dem Mörder, einem Arzt und dem fingierten Patienten. So bekommt man verschiedenen Facetten mit und kann sich in die jeweilige Person hinein versetzten. Zu Anfang wird der Leser in die Geschichte eingelullt. Er erlebt was zuvor passierte, vor der Klinik. In der Klinik wird es dann abstrakt, – doch darauf eingehen möchte ich jetzt nicht näher, denn wo wäre da der Spaß? – gefolgt vom großen Finale. Endlich ein Ende, das Freude bereitet. Genau so wünsch ich mir das! Nicht abgedroschen, plump, sondern schön durch dacht und einer Brise „Oha!“. Ein gelungenes Verwirrspiel mit, für mich, passender Auflösung.

Typisch Fitzek war die Geschichte durchweg spannend und wäre es ein Buch gewesen, dann wäre es – soweit ich das beurteilen kann- auch schön zu lesen. Besonders gut gefiel mir „die Blondine im SUV, die sich ihre Schlauchboot-Lippen schminkte“  und  noch einige andere Szenen dieser Art. Die Charaktere, tja, was soll man dazu sagen. Mit den meisten würde ich keinen Kaffee trinken gehen wollen, schon allein weil sie Psychiater, Ärzte oder verrückt sind, aber es gibt doch schon den einen oder anderen für den man dann schlussendlich gern ein Tränchen verdrücken möchte.

Was ich auf jeden Fall noch erwähnen möchte: Das Buch ist auch meiner Sicht nichts für schwache Nerven. Man sollte sich vor dem Hören/ Lesen darüber klar sein, dass die Misshandlungen mitunter sehr detailliert beschrieben werden und auch Tramnitz lässt gerne seinen Gedanken freien Lauf.

Fazit:

Seit langem Mal wieder ein Fitzek, der mir gut gefallen hat.


Der Schluss:
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Audible
– Das Buch ist erschienen bei Droemer Knaur.
Preis: 17,95 €
Laufzeit: 9 Std. 13 Minuten
ISBN: B07HFTSCP8
weitere Formate: eBook, Hörbuch

 

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