„Am Ende nur ein kalter Hauch“ von Lena Avanzini

Beschreibung:

Zuerst wird Carla zu einem mutmaßlichen Tatort gerufen, bei dem das Opfer aussieht wie eine Kopie von sich selbst und kurz darauf verstirbt ihre geliebte Oma, die ihr stets eine bessere Mutter war. Den Vorfall mit dem Opfer kaum verarbeitet, macht sie sich also auf den Weg in ihre ehemalige Heimat und zur ihrer Familie, mit der sie schon vor Jahren gebrochen hatte. Als sie nach der Beisetzung endlich wieder die Heimreise antreten will und sich schon freut all dem den Rücken kehren zu können, erreicht sie die Nachricht, dass ihr Neffe spurlos verschwunden ist – er wurde entführt!

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Meinung:

Als ich die Buchvorstellung vom Verlag bekam, war ich erst etwas kritisch: Ein dritter Teil? Oft kann man diese wohl gut unabhängig lesen, gerade im Genre Krimi & Thriller, aber eben nicht immer. Der Verlag versicherte, dass es ginge und er hatte recht! Wohl kann man sich an einigen Stellen denken, dass das Thema eventuell schon mal aufgegriffen wurde, wie beispielsweise das Schicksal von Carlas Familie, aber es ist dennoch so in die Geschichte verwebt, dass ich als Leser mich nicht gestört fühlte und auch alle nötigen Informationen erhielt um Empathie für das Erlebte zu entwickeln.

Doch darum geht es eher zweitrangig. In dieser Geschichte geht es mehr um die ursprüngliche Familie, dort wo Carla aufwuchs. Dinge, die sie verdrängt hatte – oder sogar erst im Nachgang erfuhrt. Hier hat die Autorin, aus  meiner Sicht, die Funktion des Hirns unglaublich gut dargestellt, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es ein meisterlicher Schutzmechanismus des eigenen Körpers ist. Auch die Art wie sich Carla immer wieder zurück erinnerte war für mich sehr authentisch dargestellt. Im Allgemeinen gefiel mir das Buch eben deswegen sehr gut, denn es wirkte nicht konstruiert, überspitzt oder unglaubwürdig, sondern einfach passend.

Die Charaktere von Carla selbst fand ich sehr schön gezeichnet, ebenso wie die Menschen in ihrem Umfeld. Das Buch selbst wird weitestgehend aus der dritten Person erzählt. Gelegentlich werden Kapitel eingestreut, welche vermuten lassen, dass sie aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt werden, der geistig nicht ganz auf der Höhe ist. Außerdem sind noch einige Blogeinträge von einem jungen Mann zu finden, der über die Tierwelt berichtet sowie Rückblenden aus Carlas Vergangenheit. So bekommt der Leser immer wieder verschiedene Sichten, Erlebnisse und andere Dinge zu lesen, wodurch immer mal wieder frischer Wind über die Seiten weht. Zu Anfang fragte ich mich was das denn soll und ob es einen tieferen Sinn hätte. Je weiter ich las, desto klarer wurde das Bild. Eben durch diese Fragen wurde die Spannung noch weiter angezogen. Obwohl der Verlauf an sich eher ruhig war und man oft das Gefühl hatte, dass die Ermittler auf der Stelle tappen, wollte ich stets weiterlesen.

Zudem ist der Schreibstil und die Art von Lena Avanzini einfach leicht, locker und unterhaltsam. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das aufgrund des Autorenfotos nicht erwartet hätte, da sie doch etwas – äh – steif(?), konservativ(?)…. Naja, ich lies mich auf jeden Fall vom ersten Eindruck täuschen – sorry!- und war somit sehr positiv überrascht. Es hat mir große Freude bereitet das Buch zu lesen und an der einen oder anderen Stelle musste ich sogar lachen. Bitte nicht falsch verstehen, das Buch ist keine humoristische Literatur, keineswegs. Eigentlich ist es sogar verdammt traurig. Kaum findet Carla Kontakt zu einem Angehörigen, da „verliert“ sie ihn auch schon wieder und muss bangen – und noch so ein paar andere Dinge.

Eigentlich wäre ich jetzt total darauf versessen die anderen beide Bände der Autorin zu lesen, aber dafür muss ich wirklich Zeit verstreichen lassen, denn aufgrund dem Ende des Buches, muss ich erst mal alles sacken lassen. Mit diesem Wissen möchte ich nicht direkt wieder mit Carla „arbeiten“. Doch lesen möchte ich sie auf jeden Fall. Ich hoffe sehr, dass es keinen weiteren Band geben wird. Den Abschluss, den Lena Avanzini geschaffen hat, sollte sie genau so beibehalten. Er ist perfekt!

Ein Wort noch kurz zu den Büchern aus dem Haymon Verlag! Die sind der Hammer! Ich war schon total fasziniert über die runden Ecken als „Am Ende nur ein kalter Hauch“ bei mir ankam und bin natürlich direkt zum Stand des Verlags auf der LBM. Was soll ich sagen….deren Taschenbücher haben alle runde Ecken. Ich bin begeistert. Hat was! (Man soll sich bekanntlich ja über die kleinen Dinge im Leben freuen.)

Fazit:

Ein sehr spannender und mitunter unterhaltsamer dritter Band über eine etwas ruppige Ermittlerin, den man problemlos ohne Vorkenntnisse lesen kann.


Der Schluss:
Autor: Lena Avanzini
Verlag: Haymon Verlag
Preis: 12,95 €
Seiten: 272
ISBN:  978-3-7099-7903-7
weitere Formate: eBook

Die Reihe:
Band 1: Nie wieder sollst du lügen
Band 2: Auf sanften Schwingen kommt der Tod
Band 3: Am Ende nur ein kalter Hauch

Ein Kommentar zu „„Am Ende nur ein kalter Hauch“ von Lena Avanzini

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