„Dir auf der Spur“ von Mark Edwards (Rezension)

Beschreibung:

Die Briten Laura und Daniel brechen zu einer Europa Reise auf. In Rumänien werden sie aufgrund fehlender Pässe an einem entlegenen Bahnhof aus dem Zug geworfen und auf der Suche nach Zivilisation machen sie eine grauenvolle Entdeckung. Eine Entdeckung die sie noch bis nach Hause verfolgen soll, wie sie später feststellen. Denn das Grauen ist ihnen auf den Fersen. Freunde sterben auf mysteriöse Weise und auch ihr eigenes Leben scheint in Gefahr zu sein.

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Meinung:

Ich habe jetzt wirklich lange gebraucht um mir eine Einleitung zu überlegen, weil ich so hin- und hergerissen bin von dem Buch. Richtig schwer ist es auf die Geschichte einzugehen ohne etwas zu verraten. Denn der Autor hat es auf grandiose Art geschafft den Leser lange im Unklaren zu lassen, was es denn mit alle dem auf sich hat und genau das möchte ich auch beibehalten.

Um noch einmal kurz die Beschreibung aufzugreifen. Das Grauen verfolgt die Protagonisten. Leute sterben. Das mysteriöse daran ist, dass dies eigentlich eher an Unfälle erinnern lässt. Doch alles fällt auf den Protagonisten Daniel zurück, denn kurz zuvor hat er Kontakt zu diesen Menschen. So stellt sich dem Leser lange Zeit die Frage: Wie kann das sein?
Durch den Aufbau der Geschichte zweifelt der Leser daran, dass es sich um das Werk von Menschen handeln kann. Da muss etwas Übernatürliches seine Finger im Spiel haben.
Auf der anderen Seite stellt man sich jedoch die Frage, wie das sein kann, da der Thriller so realistisch aufgebaut ist. Selbst auf der Fahrt nach Rumänien machen sie noch Witze über Vampire. So ist man als Leser stets im Zwiespalt was man eigentlich denken soll. Herrlich. Man wird so in einen absoluten Sog befördert, der einen gebannt in dem Buch hält.

Auch der Schreibstil des Autors ist locker und flüssig. Durch die Geschichte bin ich förmlich geflogen.

Zwischendurch fand ich etwas unlogisch, da der Protagonist als eine Art Nerd dargestellt wird, aber als es drauf ankommt, dass er Nerd ist, scheint er zu versagen. Man könnte sagen, dass der Autor gewisse Informationen etwas deplatziert in die Geschichte integriert hat, denn später kommt heraus, dass Daniel doch daran gedacht hat. Doch bis dahin vergehen einige Seiten und man langt sich als Leser (zumindest, wenn man ein bisschen Ahnung von der Computermaterie hat) an den Kopf.

Anfangs musste ich mich erst daran gewöhnen, dass die Geschichte aus der Sicht von Daniel geschrieben ist. Warum ist mir unklar, weil mir sowas sonst keine Schwierigkeiten bereitet. Seine bedingungslose Liebe zu Laura ging mir zwischen durch mal auf den Zeiger, sowie ihre gelegentliche abweisende Art. Sie haben beide ein gewisses Talent zu nerven. Doch im Gesamten war es erträglich.

Was mir besonders gefallen hat, dass die Geschichte aufzeigt wie böse der Mensch doch sein kann und was Angst aus uns machen kann. Zu welchen Dingen wir in der Lage sind, wenn die Nerven überspannt sind. Uns bedroht fühlen. Dinge, die vielleicht im Nachhinein totaler Schwachsinn waren.

Fazit:

Ein wirklich gelungener Thriller mit einer Portion Horror und etwas nervigen Protagonisten.
♥♥♥♥

!OBACHT!
(Schon ein tolles Wort! :D)

Ich habe es geschafft die Leseeindrücke zu dem Buch machen. Zum Ende hin sind sie dann doch etwas kürzer ausgefallen, da ich absolut der Geschichte verfallen war. Doch der Anfang meiner eigentlichen Idee ist geschafft!
Das Buch ist in verschiedene Teile aufgegliedert, die ich einfach als jeweilige Eingrenzung der Abschnitte genommen habe. Der Text ist wieder in weißer Farbe. Zum Lesen einfach mit der Maus markieren. :-)

Teil 1:
Ein recht leichter Einstieg in die Geschichte. Was mich bisher immer mal wieder aus dem Konzept bringt, dass es aus Sicht des Protagonisten geschrieben ist. Normal habe ich damit kein Problem. Vielleicht weil er sich feminin gibt? Hm. Mal schauen was das noch gibt.

Ion und Alina fand ich von Anfang an etwas seltsam. Wobei ich den Beiden sogar zugetraut hätte, dass Daniel und Laura bestehlen. Scheinbar war dem nicht so, aber geklärt ist es ja auch noch nicht. Den Gaffer fand ich sogar recht unspektakulär. Idioten gibt es schließlich überall.

Nur das Ende des ersten Teils. Grml. So kann man doch seine Leser nicht sitzen lassen. Vor allem wenn die sich nach Wochen/ Monaten schon gar nicht mehr an den Klappentext erinnern. Hält das Buch dieses Tempo bei, dann könnte das eine grandiose Sogwirkung entwickeln. Ich bin gespannt.

Teil 2:
Der erste Schock war, dass sich Laura von Daniel getrennt hat.

Der zweite Schock ist wohl der komplette Teil bzw. dessen Entwicklung. Die letzten Kapitel davon habe ich buchstäblich die Luft angehalten.

Zuerst der Einbruch in Daniels Wohnung. Dann taucht alles wieder auf. Seine Kreditkarte ist belastet. Allen, denen er von den Vorfällen in Rumänien erzählen will sterben und das sogar aus ganz natürlichen Gründen. Fotos tauchen auf und verschwinden wieder. Dann diese seltsame Camilia. Der Molotovcocktail. Uff.

Was ich nicht ganz verstehe ist, dass Daniel als kleiner Nerd, sich doch auch bewusst darüber sein müsste, dass er über sein Handy sowie den Laptop permanent überwacht werden könnte. Eine simple SMS könnte dafür reichen. Hat man eventuell einen Laptop über seine Karte gekauft und diesen gespiegelt, einen ausgefeilten Virus oder Programm installiert, sodass beide quasi parallel laufen? Meines Wissen müsste solch ein Vorgehen doch bereits im Jahr 2013 möglich gewesen sein.

Seine Art zu handeln finde ich auch etwas seltsam. Er hat klare Beweise für einen Einbruch und zeigt diese nicht der Polizei? Natürlich hätten die nicht viel machen können, aber er wäre nicht ganz wie der Spinner schlecht hin da gestanden. Auch bei dem ersten Einbruch fand ich etwas seltsam, dass er einfach bei der Polizei anruft und eine Vorgangsnummer für die Versicherung bekommt, ohne das es von einem Beamten abgesegnet wird. Ich meine, wenn so das Rechtssystem in England funktioniert, dann ziehe ich auch dorthin und lasse bei mir einbrechen.

Abgesehen von den etwa dämlichen Protagonisten gefällt mir die Story bis hier her wirklich gut. Es hat etwas Mysteriöses, das auch unglaublich gut zu dem Ursprung Rumänien passt. Schließlich beherbergt das Land ja auch Dracula. Warum also nicht auch den Teufel persönlich? Vom aktuellen Verlauf der Geschichte wäre das wohl auch die vernünftigste Art der Entwicklung, denn eine solche Intrige und Verstrickung auf einer „menschlichen“ Ebene zu gestalten, fällt mir doch extrem schwer nach zu voll ziehen.

…und bevor meine Mutmaßungen hier noch länger werden als die eigentliche Rezension, springe ich direkt mal zu Teil 3.

Teil 3:
Das Geheimnis ist quasi gelüftet. Stellt sich nur die Frage: War der Mann in der Hütte vielleicht wirklich der Vater des Kindes, der nach langem endlich seine Familie wieder gefunden hat oder tatsächlich der Verrückte? Ich glaube ja fast ersteres. Die Menschen in dem Dorf schienen mir eher suspekt. Vielleicht haben sie eine Verbindung zu der Hütte?

Teil 4:
Jetzt wird es richtig suspekt. Also Camilia sucht scheinbar nur Drogen. Die ganze Geschichte klingt schlüssig. Nur warum lässt der Mann dann Laura laufen? Hat er inzwischen schon raus gefunden, dass sie die Rucksäcke nicht mehr haben? Warum pfeift er seinen Schoßhund dann aber nicht zurück. So ganz schlüssig ist mir das noch nicht.

Das mit der Überprüfung des Computers wurde in diesem Teil aufgeklärt. Daniel ist wohl doch nicht ganz so doof wie ich es dachte. Noch mal gerettet.

Doch Edward sieht Alina. Also ist sie doch nicht tot. Das macht zumindest jetzt alles etwas mehr Sinn. Die Beiden hatten ja im Zug erzählt wo sie zu finden sind und zudem erklärt das auch, warum Laura sie immer nur bei Nacht sieht. So ist sie die Einzige. Quasi keine Beweise.

Das Buch hat trotz seiner zwischendurch seltsamen Entwicklungen eine absolute Sogwirkung. Am liebsten würde ich alles stehen und liegen lassen und einfach nur fertig lesen.

Teil 5:
Holla! So kam Alina also frei bzw. Das hatte sie erlebt. Nur warum ist Laura noch am Leben und was hat der Mann jetzt mit der Drogentante zu tun?!

Mit Alina wollte ich keineswegs. Ich mag mir nicht mal im Ansatz vorstellen was sie durch lebt hat. Unglaublich.

Teil 6:
Camelia tot. Ion schwer verletzt. Hat Daniel nun Alina tatsächlich erschossen? Hat der Detektiv überlebt?

Das war ein unglaublich emotionaler Abschnitt. So viele Geheimnisse die gelüftet wurden. So viel ist passiert.

Teil 7:
Grande Finale. Was soll ich sagen?! Ich leide noch an Schnappatmung. Das Ende war dann doch noch mal ein Schock. Quasi alles in trockenen Tüchern. Der Menschenhändler erledigt. Allen geht es gut. Dann die Offenbarung, dass Laura Jake getötet hat. Das führt einem doch wieder vor Augen, wie sehr uns unsere Gefühle doch manipulieren können. Heftig.

Ein Kommentar zu „„Dir auf der Spur“ von Mark Edwards (Rezension)

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